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Handwerk leidet unter Folgen der Corona-Krise

05.05.2020 - Eine Online-Umfrage zeigt: Viele Handwerksbetriebe kämpfen mit sinkenden Umsätzen und stornierten Aufträgen. Nun gibt es konkrete Forderungen an die Politik.

  • Roland Ermer,Präsident des sächsischen Handwerkstags, schaut in die Runde. Foto: picture alliance / dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Roland Ermer,Präsident des sächsischen Handwerkstags, schaut in die Runde. Foto: picture alliance / dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sinkende Umsätze, Stornierung von Aufträgen: Handwerker in Sachsen bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. «Die Dimension der Krise ist einmalig», sagte der Hauptgeschäftsführer der Dresdner Handwerkskammer, Andreas Brzezinski. Weder die Flutkatastrophe noch die Finanzkrise lasse sich mit den Auswirkungen der Pandemie vergleichen. Zum Kammerbezirk gehören die Betriebe in Dresden sowie der Kreise Meißen, Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Laut einer am Dienstag vorgestellten Blitzumfrage der Dresdner Handwerkskammer berichten 63 Prozent der Betriebe von gesunkenen Umsätzen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) mussten Auftragsstornierungen hinnehmen. Jedes fünfte Unternehmen musste zwischenzeitlich aufgrund behördlicher Anordnung schließen. Betroffen ist neben Dienstleistern, KFZ-Gewerbe und Betrieben im Gesundheitsbereich auch das Lebensmittelhandwerk. Neun von zehn Unternehmen klagten Anfang April über Stornierungen von Catering-Bestellungen von Unternehmen und Privatkunden. «Wenn keine Hochzeiten, Jugendweihen und Familienfeste stattfinden, macht sich das bemerkbar bei Bäckern, Konditoren und Fleischern», so Brzezinski.

Die Umfrage, an der sich im Kammerbezirk Dresden 262 Betriebe beteiligten, ist Teil einer bundesweiten Online-Befragung, zu der der Zentralverband des Deutschen Handwerks aufgerufen hatte. Nach Angaben des Sächsischen Handwerkstages verbuchen sachsenweit rund 80 Prozent der Handwerker Umsatzeinbrüche, knapp 60 Prozent gestrichene Aufträge.

Unter anderem fordert die Branche daher ein umfangreiches Konjunkturpaket, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. «Der Freistaat hat bei den Zuschüssen gespart, das eingesparte Geld muss nun bei den Konjunkturmaßnahmen obendrauf», sagte der Präsident der Dresdner Handwerkskammer, Jörg Dittrich. Auch ein Gutscheinsystem für regionale handwerkliche Dienstleistungen sei denkbar, um den privaten Konsum wieder anzukurbeln. Zudem würde Friseuren, Bäckern und Fleischereien eine begrenzte Mehrwertsteuersenkung von 19 auf sieben Prozent helfen - wie für die Gastronomie bereits angekündigt.

Zudem schlug die Dresdner Handwerkskammer vor, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, in dem der Staat für die ersten drei Monate 75 Prozent des Lehrlingsentgeltes übernimmt. «Das könnte ein Anreiz für die Betriebe sein, weiter auszubilden», so Dittrich. Denn viele Unternehmen würden sich derzeit angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit zurückhalten. Laut Umfrage planen etwa ein Viertel der Betriebe im Freistaat, die berufliche Ausbildung im nächsten Jahr zurückzuschrauben.

Sachsenweit wurden für das neue Lehrjahr bis zum 30. April insgesamt 1249 Ausbildungsverträge besiegelt - ein Minus von 8,2 Prozent. Nach Wochen der Schulschließungen und eingeschränkter Möglichkeiten, um für Nachwuchs zu werben, müsse nun der Informationsfluss wieder in Gang kommen, sagte Handwerkstags-Präsident Roland Ermer. Die Online-Lehrstellenbörse verbucht derzeit mehr als 600 offene Stellen.

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