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Homeoffice und Labor-Notbetrieb: Forschung auf Sparflamme?

19.04.2020 - Sachsens Forschungslandschaft ist gefragt und geschätzt. Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie behindern nun auch die Wissenschaft – viele Labors sind verwaist und Forscher zu Hause.

  • Proben stehen in einem Labor. Eine Probe wird von einer Person aus der Halterung genommen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Proben stehen in einem Labor. Eine Probe wird von einer Person aus der Halterung genommen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Minimal- und Notbetrieb, Abstand zu anderen, Arbeit hinter den Kulissen: Auch die Forschung in Sachsen läuft wegen der Corona-Pandemie auf Sparflamme. Ob Fraunhofer, Leibniz oder Helmholtz, alle großen Institute und Gesellschaften stellen die Sicherheit ihrer Mitarbeiter über wissenschaftliche Erfolge. Däumchen drehen sie deshalb nicht. In einigen Bereichen geht die Arbeit im Homeoffice weiter, es werden Anträge für neue Projekte vorbereitet oder solche, die keine Infrastruktur brauchen, mit Hilfe von Online-Datenbanken und Literatur fortgeführt, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums.

Einige Forschungseinrichtungen helfen bei der Bewältigung der Corona-Krise, indem sie gemeinsam mit Unternehmen Sensoren und Systeme für die DNA-Untersuchung zur Medikamentenentwicklung fertigen. In Reinraumlaboren, wo sehr hohe Hygienestandards gelten, können Forschungsthemen in der Mikroelektronik weiter bearbeitet werden, sagte ein Ministeriumssprecher. «Besonders wichtig sind momentan medizinische Forschungsbereiche und die Weiterarbeit an Krebstherapien zum Beispiel, natürlich unter Beachtung der Hygienemaßgaben und im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten.»

In Fraunhofer-Instituten arbeiten Wissenschaftler auch mit bei der Bekämpfung der Pandemie, helfen Wirtschaft und Gesellschaft bei der Bewältigung direkter Auswirkungen und späterer Folgen. So entwickelte das Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU/Dresden) zusammen mit Neurochirurgen der Uniklinik Leipzig einen Prototyp für ein 3D-gedrucktes Notfall-Beatmungsgerät. Am Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS/Dresden) werden mit verfügbaren 3D-Druckern Kopf- und Unterteile eines Gesichtsschutzvisiers hergestellt.

Das Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI/Leipzig) ist besonders gefragt im Zusammenhang mit der Diagnostik von Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Ziel ist, bereits überstandene Infektionen mit Hilfe von Antikörpern zu erkennen, die gegen das Virus gebildet wurden. «Das ist essentiell, um die wirklichen Infektionszahlen in der Bevölkerung zu bestimmen», sagte Virologe Sebastian Ulbert.

An den Max-Planck-Instituten (MPI) ist der Forschungsbetrieb sehr eingeschränkt, auch weil Gastwissenschaftler nicht anreisen können und Veranstaltungen abgesagt sind. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) ist seit 20. März im Basisbetrieb. Dort wird aber daran geforscht, Ansätze aus der Immuntherapie, die beim Kampf gegen Tumoren eingesetzt werden, auf Corona-Viren zu übertragen. Die Arbeiten stehen aber erst am Anfang, wie eine Sprecherin der Gemeinschaft sagte.

Auch am Zentrum für Umweltforschung Leipzig läuft nur der Basisbetrieb, nachdem dort vier Mitarbeiter an Corona erkrankten und Kontaktpersonen zeitweise in Quarantäne mussten. Der Forschungsbetrieb läuft auf der Basis von Social Distancing in Laboren, Büros, bei Feldarbeiten und Schichtbetrieb. Meetings und Besprechungen erfolgen via Telefon- oder Videokonferenz.

Einige der Forscher in Leibniz-Instituten beschäftigen sich mit ganz aktuellen Fragen. So gibt es Projekte am Institut für Troposphärenforschung (Leipzig) zur möglichen Übertragung von Pathogenen über Feinstaub oder zu Reaktionen historischer Gesellschaften auf vormoderne Pandemien am Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (Leipzig).

Um die Zukunft macht sich Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) keine Sorgen. Die Corona-Krise sei auch eine Chance für Sachsens Forschung. «Kurzfristig ist das System natürlich ausgebremst, aber nicht gefährdet», sagte er. Die Stärke des Wissenschaftsstandortes hänge zwar auch davon ab, wie gravierend die Folgen für die Wirtschaft sind. Aber aus der Pandemie ergäben sich auch neue Fragestellungen.

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