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Hoffnung für Chemnitz: Galeria schließt weniger Filialen

03.07.2020 - Nach Verhandlungen mit den Vermietern sieht der Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof doch eine Zukunft für sechs Warenhäuser - darunter auch für die Filiale in Chemnitz. Die Freude vor Ort ist groß.

  • Barbara Ludwig (SPD), Oberbürgermeisterin von Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Barbara Ludwig (SPD), Oberbürgermeisterin von Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es war ein guter Tag für 750 Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof und ein halbes Dutzend Städte in Deutschland. Nach harten Verhandlungen mit den Vermietern kündigte der Kaufhaus-Konzern am Freitag an, sechs Filialen weniger schließen zu wollen als ursprünglich geplant. Auch der Standort in Chemnitz bekommt demnach eine zweite Chance.

«Ich freue mich aus tiefstem Herzen für die Stadt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», erklärte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) am Freitag. «Diese Entscheidung ist weiter Ansporn, als Stadt unseren Beitrag für eine lebendige Innenstadt, die viele Chemnitzer und Gäste anlockt, zu leisten.»

Der Hintergrund: Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) will nach Zugeständnissen der Vermieter statt 62 lediglich 56 Kaufhäuser schließen. In einem Mitarbeiterbrief teilte der Vorsitzende der Galeria-Geschäftsführung, Miguel Müllenbach, mit, in schwierigen Verhandlungen sei es gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Goslar, Nürnberg Lorenzkirche und Potsdam sowie die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen so zu verbessern, dass die Niederlassungen fortgeführt werden könnten. Rund 750 Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz.

Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings «heute» keine positiven Nachrichten, hieß es. Hier gebe es weiterhin keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive.

Erst am Dienstag hatte Sachsens Regierung Unterstützung beim Kampf um den Erhalt des Warenhauses in Chemnitz zugesagt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatten sich mit Mitarbeitern, Vertretern der Gewerkschaft und der Geschäftsführung des Kaufhauses zu einem Gespräch getroffen. In der vergangenen Woche hatten zahlreiche Mitarbeiter, Kommunalpolitiker und Unterstützer mit einer Menschenkette in der Chemnitzer Innenstadt gegen die drohende Schließung protestiert.

Am Freitag twitterte dann der Regierungschef: «Chemnitz ist eine starke Stadt und ein Standort mit Zukunft!» Auch Dulig zeigte sich erleichtert. «Der Kampf vor allem der Beschäftigten hat sich gelohnt.» Nun müsse das Haus weiterentwickelt werden, damit es eine gute Zukunft habe.

Ähnliche Töne schlug auch Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, an: «Man hat gesehen, wie fragil das Gebilde der Chemnitzer Innenstadt noch ist». Die Drohkulisse der Kaufhof-Schließung sollte daher Anlass sein, die City weiter zu stärken und zu vermarkten.

Die Gewerkschaft Verdi sprach unterdessen von einem «Etappensieg». Dass die Filiale im Chemnitzer Stadtzentrum weiter betrieben werden soll, sei eine gute Nachricht für die Stadt, Einwohner und Gäste. Zudem mache es Mut, für den Erhalt der bedrohten Filiale in Dessau weiterzukämpfen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Südwestsachsen sieht keinen Grund zum allgemeinen Jubel. Es stünden weitere Entscheidungen zur Sanierung des Gesamtkonzerns an. «Es wird weiter hart an Zukunftskonzepten, auch für die Innenstadt gearbeitet werden», so Regionsgeschäftsführer Ralf Hron.

Erst vor zwei Wochen hatte der Handelsriese zum Entsetzen vieler Mitarbeiter und der betroffen Kommunen die Schließung von insgesamt 62 Filialen in 47 Städten angekündigt. Wenig später wurde bekannt, dass der Konzern auch 20 von 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports und bis zu 24 Filialen von Karstadt Feinkost schließen will.

Müllenbach betonte in seinem Brief an die Mitarbeiter, die Corona-Krise und die behördlichen Schließungen hätten den Warenhauskonzern «in eine existenzbedrohende Ausnahmesituation gebracht». Anfang April hatte der Konzern Rettung in eine Schutzschirmverfahren gesucht, inzwischen wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung daraus. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

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