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Köpping: Bislang kein Coronavirus-Fall in Sachsen bestätigt

28.02.2020 - Die Ausbreitung des Coronavirus beunruhigt viele Menschen. In Sachsen blieb es bisher bei Verdachtsfällen. Doch es scheint nur eine Frage der Zeit, bis auch im Freistaat die erste Infektion feststeht.

  • Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden/Görlitz - In Sachsen gibt es keinen bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in einer am Freitagnachmittag auf Facebook verbreiteten Videobotschaft. Die Ministerin versicherte, dass die Menschen zuverlässig auf dem Laufenden gehalten würden. «Das Robert-Koch-Institut, das Ministerium und ich informieren Sie immer wieder über die aktuelle Entwicklung», sagte Köpping und wandet sich damit direkt an die Bürger.

Die Ministerin rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es gelte vorsichtig zu sein, aber keine Panik zu schüren. Hamsterkäufe seien unnötig. «Sie brauchen keine Einkäufe zu machen, die über das normale Maß hinausgehen», betonte sie.

Ein verdächtiger Fall aus Görlitz wird seit Freitag im Labor untersucht. Wie der behandelnde Arzt am Nachmittag, hatte sich eine Patientin mit entsprechenden Symptomen am Vormittag in seiner Praxis gemeldet. Sie arbeite in einer Firma, deren Chef Italiener ist und in der vergangenen Woche von einer Reise in sein Heimatland zurückgekehrt sei. Auch er soll grippeähnliche Symptome haben. Mit einem Ergebnis des Labortests rechnet der Arzt Freitagabend oder Samstag. Über den Fall hatten am Freitag auch die Online-Ausgaben der «Sächsischen Zeitung» und «Bild-Zeitung» berichtet.

Das Landratsamt in Görlitz bestätigte den Fall, wollte sich aber zu Details nicht äußern. Auch das sächsische Gesundheitsministerium war informiert, hieß es. Die Frau im Alter von Ende 40 habe nach eigenem Bekunden schon drei Tage mit hohem Fieber (39,5 Grad), Muskelschmerzen und Beschwerden im Hals zu Hause verbracht und sich mit Tabletten über Wasser gehalten, berichtete der Arzt und zeigte sich über die Kooperation mit den Behörden unzufrieden. Das Gesundheitsamt Görlitz sei trotz mehrmaliger Anrufe nicht erreichbar gewesen, die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda habe einen bereits zugesagten Rettungswagen dann doch nicht geschickt.

«Ich fühle mich im Stich gelassen. Das ist völlig inakzeptabel. Ich sehe hier kein Konzept, wie man mit der Erkrankung umgehen will», sagte der Arzt. Es sei unverständlich, dass die Rettungsleitstelle so entschieden habe, ohne die Patientin gesehen zu haben. Der Görlitzer Kreisbrandmeister Björn Mierisch äußerst Verständnis für den Unmut, stellte aber auch klar, dass Rettungsfahrzeuge für lebensbedrohliche Situationen und akute Notfälle wie Patienten mit Herzinfarkt gebraucht werden. Deshalb bitte man Patienten mit Corona-Verdacht, erst einmal zu Hause zu bleiben und zunächst den Befund abzuwarten.

Nach Angaben des Görlitzer Arztes hatte die Patientin mit einem Mann und drei weiteren Frauen etwa eine Stunde lang im Wartezimmer gesessen, ohne ihre Symptome dem Personal zu melden. Der Arzt will seine Praxis in den kommenden Tagen vorerst geschlossen halten.

In Sachsen befanden sich seit Montag mehrere Menschen mit einem Verdacht in häuslicher Isolation, die am Wochenende aber enden soll. Sie waren auf einem Kreuzfahrtschiff in Asien unterwegs gewesen.

Als Verdachtsfälle gelten Menschen mit den typischen Anzeichen der Erkrankung, die sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu nachweislich Erkrankten hatten.

Betroffene sollen sich telefonisch an ein Krankenhaus wenden und werden separat behandelt. «Auf keinen Fall ins volle Wartezimmer setzen», sagte Köpping. Regelmäßig gründliches Händewaschen gilt als der beste Schutz.

Die meisten Infizierten haben nur leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsweh oder gar keine Symptome. Manche Infizierte erkranken aber schwer und entwickeln etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Sprechen und Husten.

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