Kohleausstieg: Konferenz sieht Folgen für Wasser

12.03.2021 Genügend Wasser als Lebensader ist mit Kohleausstieg und Klimawandel in der Lausitz keine Selbstverständlichkeit. Experten tauschen auf einer Konferenz ihr Wissen über eine sinnvolle Bewirtschaftung aus.

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde in Grießen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Einfluss der Folgen des Bergbaus in der Lausitz und des Klimawandels auf den Wasserhaushalt der Spree werden aus Sicht von Experten noch mehrere Generationen beschäftigen. Die Situation in der Lausitz sei weltweit beispiellos, erklärten Fachleute aus dem In- und Ausland am Freitag im Zuge der auf der Wasserkonferenz Lausitz Bergbau - Wasser - Klima in Cottbus. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg hatte die Veranstaltung mit mehr als 450 Teilnehmern, die meisten online, gemeinsam mit dem Verein Wasser Cluster Lausitz e.V. ausgerichtet.

Auch Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel, Berlins Umweltsenatorin Regine Günther und Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (alle Grüne) nahmen teil.

Der Bergbau leitete Experten zufolge über 100 Jahre sein gehobenes Grundwasser in die Spree, was mit dem Kohleausstieg nun wegfällt. Gleichzeitig werde das Spreewasser aber auch zur Auffüllung der Bergbaufolgeseen und für eine stabile Versorgung von Mensch, Wirtschaft und Natur gebraucht, beschreiben Fachleute das Problem.

«Die Folgen des Bergbaus und deren Bewältigung werden uns noch lange beschäftigen», sagte Vogel (Grüne) auf der Konferenz. Hinsichtlich der Schäden in der Landschaft und des Wasserhaushalts sieht sein Ministerium «zuallererst nach dem Verursacherprinzip» die Bergbauunternehmen in der Pflicht, Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Er lobte den engen Austausch zwischen den Ländern Brandenburg, Berlin und Sachsen.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) bezeichnete das Wassermanagement in der Lausitz als «Mammutaufgabe». Es würden über Jahrzehnte etliche Milliarden Euro benötigt, um die bergbaubedingten Eingriffe im Bereich von Oberflächen- und Grundwasser zu heilen - auch als Voraussetzung für einen erfolgreichen Strukturwandel und neue Perspektiven für die Lausitz. «Das können wir als Länder allein gar nicht stemmen. Hier sind die Kohleunternehmen und der Bund in der Verantwortung.»

Die jahrzehntelangen massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Braunkohleförderung sowie der beschleunigte Klimawandel stellten die Hauptstadtregion vor enorme Herausforderungen bei der sicheren Wasserversorgung, betonte Berlins Umweltsenatorin.

Für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) wurden nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums seit 1990 circa 2,2 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Für die Wiederauffüllung nach der Grundwasserabsenkung fielen zusätzlich 3,9 Milliarden Kubikmeter Wasser an - insgesamt waren das 6,1 Milliarden Kubikmeter in fast 30 Jahren. Nach bisherigen Plänen werden zur Flutung der Restlöcher und Wiederauffüllung nach der Grundwasserabsenkung nochmals 5,5 Milliarden Kubikmeter benötigt.

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