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Kretschmer stimmt auf neue Phase ein: Priorität Schule/Kita

27.10.2020 - Die Sorgenfalten nehmen zu. Da die Corona-Zahlen in Sachsen derzeit rasant steigen, muss der Freistaat seine bisherigen Konzepte überdenken. Ein Lockdown soll auf jeden Fall verhindert werden.

  • Michael Kretschmer, der Ministerpräsident von Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Kretschmer, der Ministerpräsident von Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet in der Corona-Krise mit weiteren Einschnitten. Das Ziel der Video-Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei Einschränkung, sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit den Vertretern kommunaler Spitzenverbände in Dresden. Es gehe um die Frage, was und wie man einschränke. Er selbst gehe in die Konferenz mit dem Wissen, «dass wir gemeinsam in dieser Phase handeln müssen»: «Ich wünsche mir, dass wir zu einer Lösung kommen, ich sehe sie auch.»

Nach den Worten von Kretschmer ist es keine Option, die Pandemie «einfach so laufen zu lassen.» Man müsse jetzt in das System eingreifen, weil die Infektionszahlen sonst nicht mehr beherrschbar seien: «Das dürfen wir diesem Land nicht antun.» Es sei entscheidend, die exponentielle Zunahme der Infektionen zu stoppen. Dafür müsse man eine gemeinsame Linie finden. Knackpunkt sind für Kretschmer die Kontaktmöglichkeiten eines infizierten Menschen. Die gelte es deutlich zu senken. Dabei wünsche er sich ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Kretschmer nannte die Prioritäten für Sachsen: Kitas und Schulen. Sie sollen trotz der derzeit stark steigenden Infektionszahlungen offen bleiben - und zwar im Regelbetrieb. In Sachsen beginnt die Schule in der kommenden Woche wieder nach den Ferien. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte eine neue Corona-Verordnung nach der Beratung der Länderchefs mit Merkel an. Wie Kretschmer appellierte sie an die Verantwortung und Mitwirkung der Menschen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Kretschmer zufolge hätten viele Menschen die Nase voll von Corona und seien der Meinung, die Maßnahmen nicht mehr ertragen zu können. «Das ist eine gefährliche Haltung, die dazu führen kann, dass man leichtsinnig wird.» Man wolle dort eingreifen, wo die Pandemie stattfindet - vor allem bei Versammlungen und Veranstaltungen, wo der Mindestabstand missachtet werde. Hier brauche man mehr Verständnis in der Bevölkerung. Zugleich bat er um Geduld: Man habe einen Marathon vor sich, sei aber gerade einmal bei Kilometer 16 oder 17.

«Uns allen steckt die lange Zeit mit Corona in den Gliedern», räumte Köpping ein. Man brauche an einigen Stellen landesweite Vorgaben, eine Entscheidung über die Maskenpflicht soll aber auch künftig regional getroffen werden. Köpping empfahl Eltern, ihre Kinder zum Halloween-Fest nicht von Haus zu Haus ziehen zu lassen.

Frank Vogel, Landrat des Erzgebirges, der derzeit im Freistaat am stärksten von Corona betroffen ist, sah die Kommunen auch personell an der Grenze der Belastbarkeit angelangt. Es sei an der Zeit, darüber nachzudenken, ob der bisher beschrittene Weg weiter beschritten werden könne. Vogel zweifelte, ob das «System der kompromisslosen Kontaktnachverfolge» durchzuhalten sei.

Ein generelles Veranstaltungsverbot für den öffentlichen Raum lehnen die Kommunen ab. Während man dort Veranstaltungen noch kontrollieren könne, sei das im privaten Raum nicht mehr möglich, sagte Vogel. Die Frage nach einem möglichen Lockdown beantwortete der Landrat so: «Ich schließe momentan überhaupt nichts aus.»

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Infektionen landesweit innerhalb von 24 Stunden um 330 auf 14 169. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, stieg um vier auf nun 283.

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