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Kultusminister lehnt schnelle Kita-Öffnung ab

28.04.2020 - Eltern kleiner Kinder sind in Zeiten von Corona einer besonderen Belastungsprobe ausgesetzt, wenn sie ihre Kinder die ganze Zeit zu Hause betreuen müssen. Deshalb ist der Ruf nach einer Öffnung der Lockerung hier besonders laut. Doch genau hier gibt es auch weiter große Bedenken.

  • Christian Piwarz (CDU), Kultusminister von Sachsen, fasst sich an seine Brille. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Christian Piwarz (CDU), Kultusminister von Sachsen, fasst sich an seine Brille. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsens Kultusministerium kann sich eine rasche Öffnung der Kindertagesstätten für alle Kinder nicht vorstellen. Einerseits sei zwar der Druck seitens der Eltern sehr hoch und nachvollziehbar, auf der anderen Seite falle es in den Kitas besonders schwer, Abstandsregeln einzuhalten, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag beim Video-Briefing der Regierung. Gerade in den Krippen sei der körperliche Kontakt zwischen Kind und Erzieher für eine sinnvolle Betreuung zwingend notwendig. Man versuche in diesem Dilemma deshalb genau wie bei den Schulen ein Öffnungsszenario zu entwickeln, das einerseits die Bedürfnisse der Eltern und Kinder berücksichtige, zum anderen aber auch die Maßgaben des Infektionsschutzes.

Derzeit seien 20 Prozent der Kinder in einer Notbetreuung. «Wir kommen mittlerweile organisatorisch, räumlich, aber auch beim Einsatz des Personals an die Grenzen, das noch weiter auszuweiten», sagte Piwarz. Das Problem müsse aber gelöst werden. Für Sachsen sei es keine Option, bis zum Ferienbeginn nur eine Notbetreuung anzubieten. Man brauche einen sukzessiven Wiedereinstiegsplan und werde das mit Virologen erarbeiten. «Das Thema ist eines der drängenden», sagte Piwarz. In den nächsten eineinhalb Wochen werde man eine klare Aussage treffen können.

Piwarz schloss nicht aus, dass es auch eine Art Schichtsystem bei der Betreuung in Kitas geben könnte. Möglicherweise sei den Eltern auch mit einer teilweisen Betreuung der Kinder geholfen - nicht acht oder neun Stunden wie früher sondern vier oder fünf. Tagesmütter und Tagesväter könnten ab kommenden Montag wieder tätig sein. Dort werden etwa 1700 Mädchen und Jungen im Freistaat betreut.

Zuspruch erhielt Piwarz von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): «Bei allem Verständnis für die Probleme der Eltern, sind wir froh, dass es momentan keine Überlegungen gibt, die Krippen und Kindergärten weiter zu öffnen. Denn zuerst muss das Wie geklärt sein, danach das Wo und erst dann das Wann», erklärte die sächsische GEW-Chefin Uschi Kruse. Nur so könne der Gesundheitsschutz von Personal, Kindern und Angehörigen sichergestellt werden.

Der Dresdner Infektiologe Reinhard Berner hatte am Dienstag kein Problem für eine Öffnung von Kitas und Grundschulen gesehen. «Ich persönlich glaube, man sollte es tun», sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe mit festen kleinen Gruppen von fünf bis sieben Kindern, wobei die Besetzung relativ konstant bleiben muss. «Das ist das Einzige.» Berner glaubt nicht, dass es bei ein paar Vorsichtsmaßnahmen plötzlich zu einer explosionsartigen Vermehrung kommt.

«Wer eine weitere Öffnung der Kitas fordert, muss gleichzeitig sagen, wie dann Abstandsgebote und Hygieneregeln eingehalten werden können», antwortete darauf ein Sprecher des Kultusministeriums. Gesundheitsexperten müssten sagen, wie die Bestimmungen zum Schutz vor Corona-Infektionen in den Einrichtungen umgesetzt werden können: «Wir bekommen von ihnen aber keine Hinweise.»

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