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Landesausstellung «Industriekultur»: Macher-Land Sachsen

04.01.2020 - Winnetous Vater, der Schöpfer des Manifests und die Neuentdeckung eines uralten Bergaltars: Mit seiner Landesausstellung zur Industriekultur präsentiert sich der Freistaat Sachsen jenseits von Barockkunst und Hochkultur.

  • Der Kurator der Landesausstellung Thomas Spring. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Kurator der Landesausstellung Thomas Spring. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwickau (dpa/sn) - Am Anfang war das Erz. Der Aufstieg Sachsens begann unter Tage - aus dem Dunklen ans Licht. Mit seiner Landesausstellung «Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen» beleuchtet der Freistaat in diesem Jahr die oft vergessenen Grundlagen für den Reichtum jenseits von Hochkultur und der Barockkunst aus der Ära von August dem Starken (1670-1733). Das Selbstverständnis der Sachsen sei vor allem die Hochkultur, sagte Kurator Thomas Spring im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das aber werde Sachsen nicht gerecht. Man wolle das Bild geraderücken. «Sachsen ist ein bisschen ein Macher-Land», betonte Spring.

Symbolisch dafür steht, dass der Bergaltar der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz als Leitmotiv ausgewählt wurde. Das 1522 vom Maler Hans Hesse geschaffene Werk stellt anschaulich den Bergbau und die Verarbeitung des Erzes zur Zeit der Spätgotik dar und verbindet die harte Arbeit der Menschen mit der Kunst. Das zweite Berggeschrey Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts hat der Industrie in Sachsen einen gewaltigen Schub verliehen. Das erste Berggeschrey - vergleichbar mit dem Goldrausch in den USA und Kanada im 19. Jahrhundert - war 1168 durch den Silberfund im Raum Freiberg ausgelöst worden und begründete den Bergbau in Sachsen.

Für die Landesausstellung nähern sich heutige Künstler dem Bergaltar auf moderne Weise. Ein Team von sechs Leipziger Künstlern unter der Leitung von Clemens von Wedemeyer visualisiert das beeindruckende Werk, integriert dabei neue Perspektiven und lässt es als Videoinstallation am Eingang zum Audi-Bau in Zwickau neu aufleben.

Der Audi-Bau ist das Zentrum der Landesschau, die am 24. April eröffnet wird und einen Tag darauf bis zum 1. November für Besucher öffnet. Neben der Hauptausstellung sind sechs Außenstellen Gastgeber: In Chemnitz das Industriemuseum und das Eisenbahnmuseum, in Crimmitschau die Tuchfabrik Gebrüder Pfau, im erzgebirgischen Oelsnitz das Bergbaumuseum, in Zwickau das August-Horch-Museum sowie in Freiberg das Forschungs- & Lehrbergwerk Silberbergwerk. Die Schauplätze spiegeln die Themen Maschinenbau, Eisenbahn, Textil, Auto, Steinkohle und Silber wider.

Für Thomas Spring ist dieser Querschnitt die Industriekultur Sachsens. Durch die Industrialisierung sei Sachsen eine Wiege der Arbeiterbewegung gewesen, durch die Aufklärung eine Wiege der Frauenbewegung und nicht zuletzt durch Visionäre auch eine Wiege der Lebensreformen. Nicht umsonst, so der Kurator, gebe es unter anderem ein Kapitel «Karl Marx und Karl May». «Es ist auch kein Zufall, dass die «Brücke» in Sachsen entsteht», sagte Spring.

Die «Brücke» war eine 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe des Expressionismus. Ihr gehörten unter anderem Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emil Nolde an. 1913 wurde sie in Berlin bereits wieder aufgelöst.

Für die Gestaltung und den Umbau der Schauplätze gibt der Freistaat neun Millionen Euro aus. Allein sechs Millionen Euro fließen in den Audi-Bau sowie Infrastruktur und Marketing. Die sechs Satelliten-Ausstellungen haben jeweils 500 000 Euro bekommen.

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