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Landesbischof Carsten Rentzing kündigt Rückzug an

14.10.2019 - Schon bei seinem Amtsantritt halten viele den Theologen für erzkonservativ und rückwärtsgewandt. Nun zieht der der Bischof Konsequenzen aus seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung.

  • Carsten Rentzing, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Carsten Rentzing, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing will nach der Debatte um seine Person sein Amt niederlegen. Das teilte das Landeskirchenamt am Freitag mit. Rentzing war wegen seiner Mitgliedschaft in einer Landsmannschaft in die Kritik geraten. Die aktuelle Diskussion sei nicht nur für ihn persönlich, sondern für die gesamte Kirche eine Belastung. «Um Schaden von meiner Kirche abzuwenden, habe ich mich entschieden, mein Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen», kündigte der 52-Jährige an, der seit 2015 Landesbischof ist.

In einem Interview mit der «Sächsischen Zeitung» hatte der als konservativ geltende Rentzing die Mitgliedschaft in der schlagenden Verbindung öffentlich gemacht, die seit seiner Studentenzeit in Frankfurt am Main bestehe. Er betonte, kein aktives Mitglied mehr der «Alten Prager Landsmannschaft Hercynia» zu sein. «Ich trage diesen Teil meiner Biografie ganz bewusst nicht offen vor mir her, aber ich stehe dazu, dass es ein Abschnitt in meinem Leben war, den ich nicht verleugnen kann und will», so Rentzing später.

Nach Bekanntwerden der Mitgliedschaft hatten Christen eine Online-Petition gestartet und eine Distanzierung gefordert. Die Petition haben bisher mehr als 800 Menschen unterschrieben, unter anderem Andreas Dohrn, Pfarrer der Peterskirche in Leipzig.

Der frühere Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, forderte einen Rücktritt in Kürze. Rentzing müsse die Konsequenzen aus einer Vertrauenskrise ziehen, in die er die Landeskirche gesteuert habe. Wolff sprach von einer «Beheimatung in rechten Kreisen». Wolff forderte mit dem Rückzug Rentzings auch eine Neuausrichtung der evangelischen Landeskirche.

Bereits bei seinem Amtsantritt taten sich viele Pfarrer in Sachsen schwer mit dem Landesbischof. Er gilt wegen seiner ablehnenden Haltung zur Homosexualität als erzkonservativ und rückwärtsgewandt. Der 1967 in Berlin-Spandau geborene Rentzing kam erst als Erwachsener zum Glauben. Nach dem Studium in Berlin, Frankfurt am Main und Oberursel kam Rentzing 1999 nach Sachsen.

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