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Lausitz soll Eisenbahn-Testzentrum erhalten

10.06.2020 - Europäische Zughersteller sollen ihre Fahrzeuge in Sachsen testen. Das Bundesland hofft auf ein «erstes industriepolitisches Ausrufezeichen» nach dem Kohleausstieg. Noch ist es nicht viel mehr als eine Idee.

  • Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, spricht. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, spricht. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Lausitz soll in Folge des Kohleausstiegs ein millionenschweres neues Testzentrum für Züge entstehen. Brandenburg und Sachsen haben sich auf den Standort Niesky im Landkreis Görlitz verständigt. «Mit dem Schienentestring in der Lausitz kann es uns gelingen, ein erstes industriepolitisches Ausrufezeichen in der Lausitz zu setzen», teilte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch mit.

Geplant ist demnach ein 20 Kilometer langes Gleisoval. Der Investitionsbedarf werde auf etwa 270 Millionen Euro geschätzt. Zuvor hatte der RBB darüber berichtet. Demnach könnte das Testzentrum 700 neue Arbeitsplätze bringen. Die Verantwortlichen setzten darauf, dass für den Klimaschutz europaweit stärker in Züge investiert wird und damit der Testbedarf steigt.

Die Pläne stehen aber noch ganz am Anfang: Mehr als eine Potentialanalyse und einen Standort gibt es bislang nicht. «Wir sind der Favorit», sagte Nieskys Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Bis zur Realisierung des Vorhabens sei es aber noch ein weiter Weg.

Die Idee eines Testzentrums für Eisenbahntechnik in Sachsen (Tetis) geht auf die Verhandlungen zum Kohleausstieg zurück. Es findet sich im Abschlussbericht der Kohlekommission. Nach einer entsprechenden Programmliste für Sachsen soll das Zentrum unabhängig betrieben werden, und es sollen dort unter anderem Erstinbetriebnahmen und Typenprüfungen von Zügen laufen.

Mit dem Kohleausstieg wurde den Kohleregionen 40 Milliarden Euro für den Strukturwandel zugesagt. Für die Lausitz in Brandenburg und Sachsen stehen nach Angaben aus Potsdam bis zu 17,2 Milliarden Euro bereit. Erwartet wird eine Entscheidung im Bundestag bis zur Sommerpause.

«Niesky ist ein Traditionsstandort in Sachen Bahn», sagte der Brandenburger Lausitz-Beauftragte Klaus Freytag. Von einer Investition dort würden auch Brandenburger Bahntechnik-Standorte profitieren. Das Testzentrum soll typenoffen sein und auch europäischen Lok-Herstellern offen stehen.

In der Kleinstadt Niesky gibt es ein Waggonbauwerk. In Görlitz baut Bombardier Wagenkästen, der Innenausbau läuft in Bautzen.

Das Vorhaben sei eine große Chance für die Region, sagte Dulig. «Es unterstützt nicht nur den Bahnstandort, Stichwort Bombardier in Görlitz und Bautzen, sondern wird auch international viele Unternehmen anziehen, damit diese ihre Innovationen auf die Schiene bringen können.» Die Potentialanalyse soll nächste Woche in Niesky präsentiert werden.

Unklar ist unter anderem noch, wer Betreiber der Anlage wird und wer die Kosten trägt. Die Deutsche Bahn spielt in den Planungen bisher nur eine Rolle, wo es um einen Anschluss an das Bahnnetz geht. Der Staatskonzern äußerte sich am Mittwoch nicht zu dem Vorhaben.

Ebenso wenig äußerte sich die Bahn zu neuen Plänen für das Cottbuser Bahnwerk, von denen der RBB erfuhr. Demnach könnte rund eine Milliarde Euro in das Werk und ein benachbartes Forschungszentrum investiert werden. Der Ausbau wäre damit größer als bislang vorgesehen.

Die Bahn hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Cottbus neu auszurichten. Sie will ihre bundesweit 13 Instandhaltungswerke ausbauen, um sich für steigende Fahrgastzahlen zu rüsten. Die Züge sollen dadurch zuverlässiger und pünktlicher fahren.

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