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Mehr betrunkene Fahrer auf Sachsens Straßen

21.02.2020 - Bei Kontrollen sind der Polizei in Sachsen wieder mehr Alkoholverstöße aufgefallen. Auch die E-Roller geraten dabei zunehmend in den Blick. Denn für diese gelten die gleichen Promille-Grenzen wie etwa für die Fahrt mit dem Auto.

  • Ein Atemalkoholmessgerät. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Atemalkoholmessgerät. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Auf Sachsens Straßen sind 2019 mehr alkoholisierte Fahrer erwischt worden. Welchen Anteil an der Steigerung der Alkoholverstöße E-Roller haben, die seit vergangenem Jahr auf den Straßen unterwegs sind, lässt sich dem Innenministerium in Dresden zufolge noch nicht zuverlässig sagen. Zumindest in Dresden, wo die E-Roller von Verleihfirmen in großer Zahl am Straßenrand stehen und gegen ein Entgelt genutzt werden können, haben nach Einschätzung der Polizei die Alkoholverstöße jedoch deutlich zugenommen. In Leipzig und Chemnitz sind der Polizei hingegen bislang nur einzelne Fälle bekannt.

Laut Ministerium wurden bei Alkohol-Kontrollen im vergangenen Jahr insgesamt 2586 Fälle registriert, in denen beim Fahrer zwischen 0,5 und 1,1 Promille gemessen wurden. Das war eine Zunahme von 16,4 Prozent verglichen mit dem Jahr zuvor. Ein solcher Vorfall gilt als Ordnungswidrigkeit. Werden die Betroffenen das erste Mal ertappt, müssen sie mit einer Geldbuße von 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen.

In 3011 Fällen wurden bei Kontrollen 1,1 Promille oder mehr festgestellt - 6,7 Prozent mehr. Ab dieser Promille-Grenze wird allgemein die absolute Fahruntüchtigkeit angenommen und von Trunkenheit im Straßenverkehr gesprochen. Der Vorfall wird als Straftat gewertet, die Fahrerlaubnis ent- und der Führerschein eingezogen. Er könne erst nach zwölf Monaten neu beantragt werden, erläuterte Rechtsanwalt Thomas Kuhne vom ADAC. Zudem würden in der Regel etwa zwei Netto-Monatsgehälter als Strafe fällig.

112 Mal wurde Fahranfänger in der Probezeit erwischt, für die ein absolutes Alkoholverbot gilt - ein Plus von 15,5 Prozent. Bei ihnen verdoppelt sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre, und sie müssen ein Seminar besuchen.

Allein bei den E-Rollern kam es laut Ministerium nach ersten Zählungen von Juli 2019 bis etwa Mitte Januar zu 142 Fällen von Trunkenheit im Verkehr sowie 124 Verkehrsordnungswidrigkeiten, bei denen die 0,5-Promille-Grenze überschritten wurde. Bei vier weiteren E-Roller-Fahrern sei Alkohol im Blut nachgewiesen worden, obwohl sie sich noch in der Probezeit befunden hätten. Hinzu kamen demnach zwei Fälle von Gefährdung im Straßenverkehr, bei denen es fast zu einem Unfall gekommen wäre, sowie 13 Unfälle.

Laut Dresdner Polizei ist die Zahl der Alkoholverstöße seit Einführung der E-Scooter sprunghaft angestiegen. Polizeisprecher Thomas Geithner zufolge sind die neuen Verkehrsteilnehmer für mehr als die Hälfte aller Alkoholverstöße im Straßenverkehr verantwortlich. In nur drei Monaten von August bis Oktober 2019 habe die Dresdner Polizei bei Kontrollen von E-Rollern in 217 Fällen ein Überschreiten der zulässigen Promillegrenzen festgestellt, unterteilt in 121 Straftaten und 96 Ordnungswidrigkeiten. Vielen E-Roller-Fahrern sei offensichtlich nicht bewusst gewesen, dass für sie die gleichen Promillegrenzen gelten wie auch für Autofahrer. Deshalb hatten die Polizei und Ordnungsamt in Dresden unter anderem während der Adventszeit mit «Glühweinstreifen» auf dem Striezelmarkt auf das Thema aufmerksam gemacht.

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