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Merkel in Chemnitz: Aufregung rechtfertig keine Straftat

16.11.2018 - Chemnitz (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat knapp drei Monate nach den fremdenfeindlichen Übergriffen von Chemnitz Verständnis für mangelndes Sicherheitsgefühl in der Stadt gezeigt. Bei einer Gesprächsrunde mit Lesern der Tageszeitung «Freie Presse» in Chemnitz sagte Merkel am Freitag, sie könne die Aufregung und Erregung vieler Menschen in der Stadt verstehen, nachdem Ende August ein Chemnitzer vermutlich von Asylbewerbern erstochen worden war. Diese Erregung rechtfertige aber nicht, bei rechtsradikalen Demonstrationen Straftaten zu begehen.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel beobachtet das Training des Nachwuchsteams des Basketball-Zweitligisten Niners Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bundeskanzlerin Angela Merkel beobachtet das Training des Nachwuchsteams des Basketball-Zweitligisten Niners Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Merkel verteidigte sich gegen Kritik, nach der Einladung von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) zu spät in die Stadt gekommen zu sein. Sie habe lange darüber nachgedacht, wann der beste Zeitpunkt für ihren Besuch sei - auch vor dem Hintergrund, dass sie auf viele Menschen polarisierend wirke. Sie habe nicht in einer völlig aufgewühlten Stimmung kommen wollen. Nun gehe es für sie darum zu prüfen, was auch der Bund dafür tun könne, damit die Stadt nicht dauerhaft in ein falsches Licht gerückt werde.

Ende August war ein 35-jähriger Chemnitzer vermutlich von Asylbewerbern erstochen worden. Tausende Bürger, darunter auch Rechtsradikale, waren danach auf die Straße gegangen. Es gab auch fremdenfeindliche Übergriffe, Attacken auf jüdische, persische und türkische Restaurants, und die rechte Terrorgruppe «Revolution Chemnitz» wurde aufgedeckt.

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