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Ministerium: Entlastung für Sachsens Schüler in Corona-Krise

15.01.2021 - Mehr Zeit für Prüfungen, weniger Fächer und keine Nachteile für freiwillige Sitzenbleiber: Das Kultusministerium plant eine ganze Reihe von coronabedingten Lockerungen. Kritik gibt es dennoch.

  • Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Schüler in Sachsen sollen in der Corona-Krise entlastet werden. Das teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Geplant ist unter anderem, dass die Schüler der Abschlussklassen mehr Zeit für ihre Prüfungsvorbereitung bekommen. Zudem sollen sie vor allem in ihren Prüfungsfächern unterrichtet werden. In anderen Fächern können hingegen Abstriche gemacht werden.

Wer in diesem Sommer seinen Abschluss macht, dem steht in den schriftlichen Prüfungen mehr Zeit zur Verfügung - beim Abitur sind es 30 Minuten, an Oberschulen 15 Minuten. Schüler, die ihre Abschlussklasse freiwillig wiederholen wollen, können dies tun, ohne Nachteile befürchten zu müssen: In diesem Fall gilt das nicht als Sitzenbleiben und wird auch nicht auf die Schulzeit angerechnet.

«Den Schülerinnen und Schülern sollen trotz schwieriger Umstände kurz- und langfristig keine Nachteile entstehen. Die Gesundheit der Schüler und ihre berufliche Entwicklung stehen an erster Stelle. Niemand soll fürchten, seinen Schulabschluss später nicht anerkannt zu bekommen», betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

An den Grundschulen, so empfiehlt das Ministerium, sollten die Lehrer «ihre Ermessungsspielräume wohlwollend auslegen und im Zweifel zugunsten der Schüler anwenden». Die Bildungsempfehlung für die Viertklässler wird am 10. Februar 2021 erteilt. Wer seinen Realschul- oder Hauptschulabschluss macht, kann zur Entlastung Fächer abwählen.

Bei der Abiturprüfung gibt es die Möglichkeit, auf einen zweiten Termin auszuweichen; die Teilnahme an ihm ist jeodch Pflicht. Bereits zuvor hatte der Philologenverband eine Terminverschiebung für Abiturprüfungen angemahnt, zugleich aber applelliert, eine bundesweite Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten.

«Unsere Abiturientinnen und Abiturienten wollen keinen Corona-Stempel auf dem Abitur», unterstrich Verbandschef Thomas Langer. Ingesamt kritisierten die Philologen die für nächsten Montag geplante Rückkehr der Abschlussklassen als verfrüht. Das Festhalten am Abiturfahrplan widerspreche den Mahnungen des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und des von ihm geforderten angemessenen Handelns, so Langer.

Kretschmer hatte sich zuvor wiederholt für eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen in ganz Deutschland ausgesprochen und dabei auch die Schließung von Schulen in den Blick genommen. Man habe die Erfahrung machen müssen: «Reduzierung von Inzidenz geht nur mit ganz hartem Lockdown», sagte der Regierungschef am Freitag in einer Online-Pressekonferenz vor dem CDU-Parteitag. «Dieser softe Lockdown mit offenen Schulen, Kindergärten, mit offenen Einkaufsmöglichkeiten bringt nichts. Deswegen: Hart und konsequent.»

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen und großer Sorge wegen der aufgetauchten Coronavirus-Mutationen hat die Diskussion über zeitnahe Verschärfungen des Lockdowns an Fahrt aufgenommen. Bund und Länder ziehen deswegen ihre Beratungen auf nächste Woche vor.

An den Plänen, nächsten Montag die Schulen für die Abschlussklassen zu öffnen, hält das Kultusministerium fest. Mehr als 50 000 Schüler drücken dann wieder die Schulbank. Schüler und Lehrer können sich zur Rückkehr freiwillig mit einem Schnelltest untersuchen lassen - unter anderem an rund 100 Testschulen. Für die kostenlosen Corona-Tests sei alles vorbereitet, hieß es am Freitag vonseiten des Ministeriums. Bis zum Freitagmorgen hatten sich 35 Prozent der Schüler angemeldet. Genauere Zahlen sollen am Montag vorliegen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich manche Schüler spontan entschieden, erklärte ein Sprecher.

Unterdessen ist in Sachsen die Zahl der Corona-Infektionen auf insgesamt mehr als 163 000 angestiegen. Allein von Donnerstag auf Freitag wurden 2117 neue Fälle registriert, wie aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt demnach bei 274. Damit rangiert Sachsen bundesweit auf dem zweiten Platz hinter Thüringen. Deutschlandweit liegt der Inzidenzwert derzeit bei 146.

Insgesamt 4794 Menschen sind bislang in Sachsen mit oder an dem Coronavirus gestorben, 211 Sterbefälle kamen innerhalb von 24 Stunden hinzu. Bei den Impfungen pro 1000 Einwohner lag das Land mit 9,7 nach Zahlen des RKI vom Freitag im bundesweiten Vergleich im hinteren Bereich.

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