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Mord in Aue: Prozess bringt weitere Details ans Licht

14.12.2018 - Der Prozess wegen Mordes an einem Mann in Aue zieht viele Besucher ins Landgericht Chemnitz. Am zweiten Verhandlungstag bekommen sie grausige Einzelheiten zu hören.

  • Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Chemnitz (dpa/sn) - In einem Abrisshaus in Aue wurde ein junger Mann grausam zu Tode geprügelt. Durch Zeugenaussagen sind am zweiten Verhandlungstag des Mordprozesses gegen drei Tatverdächtige aus dem Bekanntenkreis des 27-Jährigen Details zu der Bluttat bekannt geworden, die die zahlreichen Prozessbesucher erschreckt haben. Wie eine Kriminalpolizistin am Freitag vor Gericht aussagte, hat einer der Angeklagten bei der polizeilichen Vernehmung seine Tatbeteiligung eingeräumt. Er habe ausgesagt, das Opfer mit der flachen Hand geschlagen zu haben.

Der 22-Jährige habe in der Vernehmung zudem erklärt, dass der gleichaltrige Mitangeklagte das Opfer mit einem Metallstück und einer Tür geschlagen sowie mit einer Glasscherbe den Arm tief aufgeschnitten haben soll. Er und ein weiterer Angeklagter hätten versucht, diesen durch «Halt»-Rufe zu stoppen.

Seit dem 5. Dezember müssen sich drei Männer vor dem Landgericht Chemnitz wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Die 22 bis 26 Jahren alten Deutschen sollen am 17. April dieses Jahres in Aue einen 27-Jährigen getötet haben. Dabei sollen sie mit äußerster Brutalität vorgegangen sein. Das Opfer, ebenfalls ein Deutscher, erlitt schwerste Gesichts- und Kopfverletzungen und starb an einer Hirnstammprellung und -zertrümmerung. Ein Polizist, der als erster Beamter am Tatort war, berichtete vor Gericht von einem völlig deformierten Gesicht.

Zum Prozessauftakt hatte der 26-Jährige eine Tatbeteiligung bestritten. Die anderen beiden Angeklagten schweigen bislang vor Gericht. Hintergrund für die Tat soll Wut auf den Mann gewesen sein. Einer der Beteiligten soll laut Zeugen zudem ein Problem mit der Homosexualität des Opfers gehabt haben.

Die Aussagen der Kriminalistin zum Inhalt der polizeilichen Vernehmung des Angeklagten Jens H. löste unter den Zuschauern im voll besetzten Gerichtssaal starke Emotionen aus. Laut ihrer Wiedergabe habe der 22-Jährige die Tür aus dem Schacht gehoben, mit der der gleichaltrige Mitangeklagte von oberhalb der 1,80 Meter tiefen Grube mehrmals auf das Opfer eingeschlagen habe. Die Tür habe dabei noch in dem 27-Jährigen gesteckt. Bei dieser Beschreibung waren Raunen und Aufstöhnen und Schluchzen von den Besucherplätzen zu hören.

Nach Aussagen weiterer Zeugen waren das Opfer und zwei der drei Angeklagten beste Freunde. «Die Drei waren wie füreinander gemacht», sagte die Ex-Freundin von Jens H. Der dritte Beschuldigte sei nicht so eng mit ihnen befreundet gewesen. Sie bezeichnete den 22-jährigen Stephan H. als «stark rechtsradikal». Er soll den 27-Jährigen zuvor bereits einmal eine tiefe Schnittverletzung am Arm zugefügt und ihn bedroht haben. Das Opfer bezeichnete die junge Frau trotz dessen Drogenproblemen als «Sonnenschein» und «Herzensmensch». «Er hat mich von der ersten Sekunde an in seinen Bann gezogen.»

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