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Mutter von totem Neugeborenen wegen Totschlags vor Gericht

25.01.2021 - In einer verwahrlosten Wohnung in Plauen finden Rettungskräfte ein totes Neugeborenes unter Wäschestücken. Die wegen Totschlags angeklagte Mutter will zum Prozessauftakt nichts sagen. Nur bei der Aussage ihres damaligen Verlobten bricht sie kurz ihr Schweigen.

  • Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Tod eines Babys vor einem Jahr in Plauen hat die angeklagte Mutter zum Prozessauftakt bestritten, dass das Kind bei der Geburt gelebt hatte. Ihr ehemaliger Verlobter hatte als Zeuge am Montag vor dem Landgericht Zwickau berichtet, dass die Frau ihm dies in einem Telefonat gestanden habe. Die 31-Jährige bezeichnete dies während der Vernehmung in einem Zwischenruf als Lüge. Die Angeklagte muss sich vor Gericht wegen Totschlags verantworten. Zum Auftakt äußerte sie sich nicht weiter zu den Vorwürfen, brach jedoch mehrfach in Tränen aus.

Am 12. Januar 2020 soll die Frau laut Anklage ihr Baby zu Hause lebend zur Welt gebracht, abgenabelt und in einem Schrank unter Wäschestücken abgelegt haben. Als Rettungskräfte das Mädchen zwei Tage später fanden, war es tot. Erst ungefähr ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat sei der Angeklagten und zweifachen Mutter klar geworden, dass sie ein weiteres Kind erwarte, erklärte ein psychiatrischer Gutachter am Montag. Dieser hatte mit der Angeklagten im Oktober 2020 in der Haft gesprochen.

Ihr seien Gedanken gekommen, dass sie mit einem weiteren Kind überfordert wäre. «Ihrer Frauenärztin vertraute sie sich nicht an, weil sie das alleine schaffen wollte. Ihrer Familie sagte sie nichts, um Vorwürfe zu vermeiden», erläuterte der Gutachter.

Mehreren Personen sei aufgefallen, dass die Gewichtszunahme der Frau auf eine Schwangerschaft hindeuten könnte, sagte die Mutter der Angeklagten, die als Zeugin vernommen wurde. «Ich selbst habe sie darauf angesprochen, aber sie meinte, das stimmt nicht», betonte die Mutter im Zeugenstand. Zwei Tage nach der heimlichen Geburt habe sie ihre Tochter nicht mehr ansprechbar in deren Wohnung vorgefunden und die Rettungskräfte alarmiert.

In dem Verfahren sind zunächst fünf Verhandlungstermine vorgesehen. Weiter geht es am 9. Februar. Dann wolle sich die Angeklagte selbst äußern, kündigte ihr Verteidiger an. Laut Staatsanwaltschaft war die Mutter drogenabhängig. Die Babyleiche war in ihrer verwahrlosten Wohnung gefunden worden.

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