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Online-Petition: Freie Schulen fordern Gleichbehandlung

19.06.2019 - Schulen in freier Trägerschaft fühlen sich benachteiligt - und seit der Verbeamtung von Lehrern zusätzlich unter Druck. Sie fordern die Regierung zum Handeln auf.

  • Schülerinnen melden sich während des Unterrichts. Foto: Felix Kästle/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schülerinnen melden sich während des Unterrichts. Foto: Felix Kästle/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Freie Schulen in Sachsen wollen mit einer Online-Petition für eine politische Gleichbehandlung werben. Freie Schulen würden bei den staatlichen Zuschüssen immer noch systematisch benachteiligt, hieß es am Mittwoch bei der Vorstellung der Petition unter dem Motto «Freie Schulen. Gleiche Schulen» in Dresden. Auch bei der Verteilung von Fördermitteln hätten Einrichtungen in freier Trägerschaft oft das Nachsehen. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände freier Schulträger in Sachsen bemängelte, dass die vom Verfassungsgericht geforderte gleichrangige Behandlung von öffentlichen und freien Schulen nicht gegeben sei.

Der Freistaat sei für staatliche und freie Schulen gleichermaßen verantwortlich. «Er kommt dieser Aufgabe jedoch nach wie vor nicht in vollem Umfang nach», kritisierte die Vorsitzende Manja Bürger. So stünden den freien Schulen im Vergleich zu staatlichen Schulen nur 90 Prozent der Mittel für Personal zu. Ohnehin habe die Einführung einer Verbeamtung den Wettbewerb um Lehrkräfte verschärft. Der Freistaat sollte es verbeamteten Lehrern ermöglichen, sich für den Einsatz an freien Schulen beurlauben zu lassen, forderte Manja Bürger.

Im aktuellen Schuljahr lernen mehr als 70 000 Schüler und damit 15 Prozent der sächsischen Schüler an insgesamt 402 freien Schulen im Freistaat.

Im April hatte das Kultusministerium angekündigt, die Zuschüsse für freie Schulen zu erhöhen. Pro Schüler und Jahr bekommen freie Grundschulen 4464 Euro für das laufende Schuljahr und damit zehn Prozent mehr Geld als im Jahr zuvor. Oberschulen erhalten mit 5960 Euro pro Schüler und Jahr fünf Prozent mehr, die Zuschüsse für Gymnasien steigen ebenfalls um fünf Prozent auf 6354 Euro. Insgesamt erhalten die freien Schulträger 2019 Zulagen in Höhe von 398 Millionen Euro, im kommenden Jahr 423 Millionen Euro.

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