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Ostritz will Neonazis auch 2020 Stirn bieten: Keimzeit kommt

11.08.2020 - Ostritz in Ostsachsen unweit der polnischen Grenze ist seit Jahren regelmäßig Schauplatz von Neonazi-Treffen. Gegen die Veranstaltungen auf Privatgelände wehren sich Stadt und Region mit Friedensfesten - auch 2020 trotz Corona.

  • Marion Prange, die Bürgermeisterin der Stadt Ostritz. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Marion Prange, die Bürgermeisterin der Stadt Ostritz. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ostritz plant für Ende September als Reaktion auf ein neuerliches Treffen von Neonazis und Rechtsextremen sein 7. Friedensfest - unter Corona-Bedingungen. «Wir setzen damit erneut ein klares Statement, das bei uns kein Platz ist für extremistische, rassistische oder fremdenfeindliche Ideen», sagte die Bürgermeisterin der ostsächsischen Stadt, Marion Prange, am Dienstag. Vom 25. bis 27. September wird erneut ein Zeichen für Demokratie, Weltoffenheit, Toleranz und Frieden gesetzt, ergänzte Michael Schlitt, Vorstandsvorsitzender des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) St. Marienthal. Auf dem Markt und in den Straßen soll es unter Einhaltung der Infektions- und Hygieneregeln ein buntes Programm geben - mit einem Konzert der Band Keimzeit als Höhepunkt.

Für Freitag und Samstag ist auf dem Privatgelände des Hotels Neißeblick in Ostritz eine rechte Veranstaltung angemeldet, laut Prange (parteilos) mit bis zu 750 Teilnehmern. Das Areal in Besitz eines Geschäftsmannes aus Hessen war bereits in der Vergangenheit wiederholt Schauplatz rechter Zusammenkünfte, gegen die sich stets starker und überregional vielbeachteter Protest regt.

Der «inzwischen geballte Widerstand» der Stadtgesellschaft und weit darüber hinaus könnte laut IBZ-Chef Schlitt ein Grund sein, dass das sogenannte «Schild & Schwert-Festival» der Neonazi-Szene noch abgesagt wird. Auch das geltende Verbot von Alkohol, strenge Polizeikontrollen und Öffentlichkeit durch Presse vertrieben Nazis in der Regel den Spaß. Und mit den Corona-Auflagen seien die Hürden für Veranstaltungen ohnehin hoch.

Das Friedensfest gehöre zu Ostritz, «unabhängig davon, ob in dem Hotel ein rechtsextremes Rockkonzert oder eine Kampfsportveranstaltung stattfinden», sagte Prange. Ostritz sei ein «energieökologisches Modell», auch in politischer Hinsicht - mit vielen Aktivitäten jenseits seines Friedensfests. «Wir wollen nicht als "braunes Nest" verstanden werden.»

Auch 2020 gehen die Organisatoren von sehr großem Zuspruch aus, vor allem wegen Keimzeit. «Die Band hat zugesagt, dass sie kostenlos spielen», sagte Schlitt. Zur Finanzierung des technischen Aufwands sollen per Crowdfunding rund 1700 Euro gesammelt werden, die Kampagne wird in Kürze auf der Homepage oder bei Facbook gepostet.

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