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Piks im Akkord für Senioren in der «Langen Lene»

14.02.2021 - Seit Ende Dezember laufen die Corona-Impfungen in Sachsens Pflegeheimen. Die Immunisierung von über 80-Jährigen hat Priorität, aber viele der Hochbetagten leben in ihrem eigenen Zuhause.

  • Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19.. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19.. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Einer der längsten Wohnblocks Deutschlands in Leipzig ist am Samstag zum Impfzentrum geworden. Vier Ärzteteams haben 275 über 80-Jährigen aus der «Langen Lene» die erste Dosis der Corona-Impfung verpasst, «in neun Stunden ohne Pause», sagte Gothild Lieber am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sie ist die Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt und des Vereins Alter, Leben und Gesundheit, der den Plattenbau-Wohnkomplex seit 20 Jahren betreibt, die sich für die Aktion eingesetzt hatten.

Laut Lieber kamen die Senioren auch im Rollstuhl und in Decken eingewickelt in die temporäre Impfstation in den Gemeinschaftsraum. «Es ist gut, dass auch diese Menschen, die nicht in Heimen sondern in ihren Wohnungen leben, drankommen, denn die Angst ist groß bei ihnen.» Einige der «Lange Lene»-Bewohner hätten sich vergeblich selbst um einen Termin bemüht. «Es gab nur eine Handvoll, die sich nicht impfen lassen wollten, und eine Hundertjährige ist nicht gekommen», sagte sie. Die, die sich die Spritze nicht selbst abholen konnten, wurden in ihrem Zuhause geimpft.

Nach Angaben von Lieber war die Stimmung sehr gut und «alle begeistert». Die älteren Herrschaften seien vor dem Termin über die Impfung aufgeklärt worden, hatten ihr Einverständnis gegeben. «Es war alles bestens vorbereitet.» Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war es der Testlauf in einer Anlage, in der viele ältere Menschen wohnen, wie ein Sprecher im Vorfeld sagte. Er ersparte den 80 bis 98 Jahre alten, vielfach allein lebenden Senioren den Weg ins Impfzentrum in der Neuen Messe.

In dem 1968 fertiggestellten, 335 Meter langen Plattenbau wohnen laut Lieber rund 1500 Menschen. Der aus vier miteinander verbundenen Häusern bestehende Komplex im Stadtteil Probstheida ist nach der Adresse Lene-Voigt-Straße benannt. «Es ist ein ganz normales Wohnhaus», sagte Lieber. In den 800 Wohnungen lebten auch junge Leute. Allerdings sind etwa 70 Prozent im Rentenalter und rund ein Drittel über 80 Jahre alt. 275 von ihnen müssen dann am 6. März noch einmal den Arm frei machen - für die zweite Dosis.

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