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Raubüberfall auf Juweliergeschäft: Haftstrafe

20.03.2020 - Die Täter waren laut Ermittlungen europaweit an Raubüberfällen beteiligt. Auch in Dresden schlugen sie zu. Dafür gibt es nun eine harte Strafe.

  • Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für den Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in Dresden ist ein 41-jähriger Mann zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Nach nur zwei Verhandlungstagen war das Landgericht Dresden am Freitag überzeugt, dass der Angeklagte gemeinsam mit einem inzwischen gestorbenen Mittäter am 15. März 2017 Uhren und Schmuck im Wert von mehr als 300 000 Euro erbeutete. Von den Wertsachen fehlt bis heute jede Spur. Die Täter hatten Reizgas versprüht, ehe sie flüchteten, und die beiden Mitarbeiterinnen verletzt. Die 50-jährige Filialleiterin erlitt durch die Tat schwere psychische Folgen, wie es im Urteil hieß.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Mittäter zuerst in den Laden ging und dort sofort die beiden Mitarbeiterinnen mit einer Pistole bedroht hatte. Danach betrat der jetzt Angeklagte - ein in Estland geborener Russe - das Geschäft, schlug eine Vitrine ein und packte die Beute in eine Tasche. Der Angeklagte äußerte sich in der Verhandlung nicht zu den Vorwürfen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Angaben des Gerichts gab es zwar keine objektiven Spuren wie Fingerabdrücke oder DNA vom Tatort, die dem Angeklagten zugeordnet werden konnten. Allerdings existierten eine Vielzahl von Indizien, die in der Gesamtschau dazu führten, den 41-Jährigen zweifelsfrei mit dem Raubüberfall in Verbindung bringen zu können. So habe die Auswertung von Mobilfunkdaten ergeben, dass sich beide Männer am Tag der Tat und zuvor in unmittelbarer Nähe des Ladens befanden.

Darüber hinaus gab es eine Warnung von Behörden aus dem Baltikum, dass zwei Männer in Dresden einen Überfall planten. Das Handy eines der beiden Täter war abgehört worden. Nur drei Monate nach der Tat in Dresden war der jetzt verurteilte Mann an einem ähnlichen Raub im schweizerischen Davos beteiligt und unmittelbar danach festgenommen worden. Dafür wurde er zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann ist vielfach vorbestraft. Wenn er seine Strafe verbüßt hat, erwartet ihn eine noch offene Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren wegen bewaffneten Drogenhandels in Estland.

Der Mittäter war kurz nach dem Überfall bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Auch er soll an mehreren Raubüberfällen in Europa beteiligt gewesen sein.

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