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Reifendreher aus Seiffen: Seltenes Handwerk erhalten

15.12.2019 - Seiffen (dpa) - Nach der Einführung der Meisterpflicht für den Holzspielzeugmacher wünscht sich Christian Werner mehr Anerkennung für das seltene Handwerk Reifendrehen. Der Besitzer der einzigen marktgerecht produzierenden Manufaktur für Reifentiere im erzgebirgischen Seiffen appellierte an die Politik, den Erhalt des Kunsthandwerkes zu fördern. «Wir sind Träger eines Kulturgutes», sagte Werner im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Man brauche jemanden der sage, das müsse man in der Region erhalten.

  • Holzspielzeugmacher und Reifendreher Christian Werner spaltet in seiner Werkstatt in Seiffen Reifentiere aus einem Fichtenreifen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Holzspielzeugmacher und Reifendreher Christian Werner spaltet in seiner Werkstatt in Seiffen Reifentiere aus einem Fichtenreifen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beim Reifendrehen wird aus einem rotierenden Fichtenholzblock ein Reifen gefertigt, unter anderem in Form von Tieren. Die Ringe werden mit einem Messer und einem Hammer aufgespalten, so dass Dutzende von Holzspielzeugrohlingen entstehen. Das Handwerk entstand um 1800 in Seiffen, als der Zinnbergbau zurückging. Nachdem das Reifendrehen jahrelang nur noch als Vorführung im Museum existierte, holte Werner mit seiner Manufaktur 1985 das Handwerk zurück auf den Markt.

Nach seinen Angaben gibt es nur noch etwa ein halbes Dutzend Reifendreher. Werner sorgt sich darum, dass das Handwerk erhalten bleibt. Es gebe keinen Nachwuchs und die die Bezahlung liege nur wenig über dem Mindestlohn. «Wir arbeiten Tag und Nacht und haben trotzdem Angst, dass uns die Leute weglaufen, weil wir nicht ordentlich bezahlen können», sagt der 61-Jährige.

Er würde gern einen Reifendreher ausbilden. Das Handwerk ist jedoch kein anerkannter Ausbildungsberuf, sondern nur eine Fertigkeit. «Der Ausbildungsberuf dazu ist der Drechsler beziehungsweise Holzspielzeugmacher», hieß es von der Handwerkskammer Chemnitz.

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