Reise nach Berlin: Leipzig träumt vom nächsten Finale

04.02.2021 Zum zweiten Mal steht Leipzig im Viertelfinale des Pokals. Das weckt Erinnerungen an das bisher größte Spiel des Clubs, als man so dicht wie noch nie an einem bedeutenden Titel war.

Leipzigs Torschütze Yussuf Poulsen (2.v.r) jubelt mit Teamkameraden über ein Tor. Foto: Jan Woitas/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor der Rückkehr in den Liga-Alltag gegen Schalke 04 nahmen sich die Profis von RB Leipzig Zeit für eine kleine Pokal-Träumerei. «Das Pokalfinale in Berlin war bisher das geilste Spiel meiner Karriere. Das motiviert natürlich, auch wenn in diesem Jahr wohl keine 70 000 Zuschauer dabei sein können», sagte Yussuf Poulsen. Der dänische Nationalspieler traf beim 4:0 gegen den VfL Bochum doppelt, hatte nach langer Durststrecke großen Anteil am zweiten Einzug ins Viertelfinale nach 2019. Im Wettbewerb sind mit Dortmund und Mönchengladbach nur noch zwei richtig starke Gegner.

Die Bayern, die RB im Finale vor zwei Jahren dominiert und besiegt hatten, sind längst raus aus dem Pokal. Ein Selbstläufer wird es dennoch nicht, wie das Aus von Leverkusen bei Viertligist Essen zeigte. «Diese Ergebnisse waren für uns eine kleine Warnung», sagte Trainer Julian Nagelsmann. «Solche Dinge passieren einfach, weil eben der Gegner auch immer eine Idee hat. Unterklassige Gegner haben nichts zu verlieren und als Favorit kann man in diesen Spielen schnell schlecht aussehen.»

Am Sonntagabend lost Weltumsegler Boris Herrmann das Viertelfinale aus, das am 2./3. März gespielt wird. In Kiel, Regensburg und Essen sind noch drei unterklassige Clubs im Wettbewerb. Allerdings ist nur bei Regionalligist Essen klar, dass er auf jeden Fall Heimrecht hat. Der Gegner ist Nagelsmann ohnehin egal. Der 33-Jährige hat oft betont, dass er sich um Dinge, die er nicht beeinflussen kann, nicht viel kümmert.

Sein Fokus dürfte bereits beim Spiel auf Schalke am Samstag (15.30 Uhr/Sky) liegen. Im Pokalspiel hatte der Coach einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Bewährungschance gegeben. Poulsen nutzte diese, auch Hee-chan Hwang sorgte nach seiner Einwechslung für viel Bewegung im Angriff. «Als Trainer werde ich Geduld haben müssen. Er wird kleine Schritte machen müssen», sagte Nagelsmann über den südkoreanischen Nationalspieler.

Weniger ansprechend als die Leistung Hwangs war die Vorstellung von Lazar Samardzic. Der 18-Jährige spielte zwar kurz vor der Halbzeit den sehenswerten Pass auf Christopher Nkunku, der kurz darauf elfmeterreif gefoult wurde. Doch ansonsten blieb das große Talent vieles schuldig, war gedanklich oft nicht auf einer Höhe mit dem zweitklassigen Gegner. Nagelsmann betonte, dass die Trainingsleistungen des Mittelfeldspielers besser gewesen sein. Nun müsse Samardzic sich steigern.

Auf Schalke wird er es sicherlich nicht zeigen dürfen. Dort sollte Dani Olmo ebenso wieder in die Startelf rücken wie der gegen Bochum geschonte Abwehrchef Dayot Upamecano. Ob Yussuf Poulsen dann wieder den Vorzug vor Alexander Sörloth erhält, ist völlig offen. «Zuletzt habe ich nicht so viel Spielzeit bekommen, wie ich es gern hätte», sagte der Stürmer. «Ich nehme alle Spielzeit, die ich kriegen kann.»

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