Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Rückschlag für die Konjunktur: Zweite Welle drückt Stimmung

11.02.2021 - Mit den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern bleiben viele Läden noch länger zu. Industrie- und Handelskammern fordern einen Fahrplan. Laut einer aktuellen Umfrage trifft die Pandemie viele Firmen hart.

  • Hans-Joachim Wunderlich. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hans-Joachim Wunderlich. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die zweite Corona-Welle drückt die Stimmung in der sächsischen Wirtschaft. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, Hans-Joachim Wunderlich, sprach am Donnerstag von einem «starken Rückschlag» für die konjunkturelle Erholung. Der nach dem ersten Lockdown im Frühjahr einsetzende Aufschwung sei durch die neuerlichen Beschränkungen abrupt abgebrochen. «Vielen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals», so Wunderlich.

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) stellten am Donnerstag die aktuelle Konjunkturumfrage vor. Demnach sank der IHK-Geschäftsklimaindex nach einem Zwischenhoch im vergangenen Herbst auf 94 Punkte. Dafür wurden von Mitte Dezember bis Mitte Januar mehr als 2100 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Handel und Tourismus mit zusammen mehr als 100 000 Beschäftigten befragt. «Mittlerweile dürfte sich die finanzielle Situation für viele noch verschlechtert haben», so Wunderlich.

Während Industrie und Bau sich laut Umfrage weitgehend stabil zeigen, hat die Corona-Pandemie vor allem den Einzelhandel, Dienstleister und das Gastgewerbe getroffen. Den Angaben zufolge musste fast jedes sechste befragte Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb zumindest vorübergehend einstellen, vier von zehn Firmen verbuchten eine geringere Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen. Zudem kämpfen viele Firmen (53 Prozent) coronabedingt mit Personalausfall infolge von Krankheit, Quarantäne oder weil die Beschäftigten wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause bleiben müssen.

Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich zudem auf die Finanzlage aus: Wie die Konjunkturumfrage der IHKs zeigt, verschlechterte sich bei der Hälfte der Unternehmen die Finanzsituation. Zwar gehen die Industrie- und Handelskammern von einer steigenden Zahl an Insolvenzen aus, aber rechnet nicht mit einer «Insolvenzwelle». Voraussetzung sei allerdings, dass die angekündigten Wirtschaftshilfen nun zügig fließen.

Seit Mitte Dezember befindet sich Sachsen im Lockdown - mit weitgehend geschlossenen Läden, Kitas und Schulen. Eine erste vorsichtige Lockerung für den Handel gibt es ab dem 15. Februar, dann ist in Sachsen wie bereits in den anderen Bundesländern das Bestellsystem «Click & Collect» erlaubt. Ab dem 1. März dürfen laut Bund-Länder-Beschlüssen Friseure wieder Hand anlegen. Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie werden aber grundsätzlich bis zum 7. März verlängert.

Der Dresdner IHK-Chef Detlef Hamann zeigte sich angesichts der Entscheidung enttäuscht. Noch immer gebe es keinen konkreten Fahrplan für die Wirtschaft in der Corona-Pandemie. «Und mit jedem weiteren Tag steigen die wirtschaftlichen Verluste.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren