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Rund 3000 Menschen bei Friedensfest

24.03.2019 - Zum dritten Mal binnen zwölf Monaten wird die kleine sächsische Stadt Ostritz Schauplatz eines Neonazitreffens. Die Bürger stellen sich ihm mit einem bunten Friedensfest entgegen. Bei dem Rechtsrockkonzert werden Polizisten und Journalisten attackiert.

  • Das Rathaus der Stadt Ostritz mit Bannern, die für das Friedensfest aufgehangen wurden. Foto: Daniel Schäfer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Rathaus der Stadt Ostritz mit Bannern, die für das Friedensfest aufgehangen wurden. Foto: Daniel Schäfer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ostritz (dpa/sn) - Mehr als 3000 Menschen haben am Samstag in Ostritz (Kreis Görlitz) ein Zeichen für Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus gesetzt. Die Ostritzer reagierten mit ihrem 3. Friedensfest auf ein Rechtsrockkonzert am Samstagabend im Ort. Bei dem Konzert wurden Polizisten und Journalisten attackiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Sie seien mit gefüllten Bierbechern beworfen und mit einem Feuerlöscher besprüht worden.

Es wurden sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Vorwürfe lauten auf Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz. Die Polizei war mit rund 300 Beamten im Einsatz. Beim parallel ausgerichteten Ostritzer Friedensfest stellte die Polizei dagegen keine Straftaten fest.

Laut Polizei waren am Samstagabend etwa 500 Menschen bei dem Konzert und der rechtsmotivierten Versammlung auf dem Gelände des früheren Hotels «Neißeblick». Medienvertreter und Polizisten hätten Sieg-Heil-Rufe aus dem Versammlungsraum gehört. Die weiteren Ermittlungen werden vom Dezernat Staatsschutz der Görlitzer Kriminalpolizeiinspektion geführt.

«Bürgerengagement ist möglich und bewirkt etwas. Die Ostritzer zeigen klare Kante gegen Neonazis», sagte der Organisator des Friedensfestes, Michael Schlitt. Bereits im April und November 2018 hatten die Ostritzer solche Feste gegen zeitgleich stattfindende Festivals organisiert, zu denen mehrere hundert Rechtsextremisten aus ganz Deutschland anreisten. Dessen Organisatoren haben bereits für Juni die nächste Neonazi-Veranstaltung in Ostritz angemeldet. Auch dann wollen die Ostritzer wieder eine Gegenveranstaltung auf die Beine stellen.

Zur Eröffnung des Friedensfestes hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Freitagabend das Engagement der Bürger für Weltoffenheit und Toleranz gewürdigt. Es sei wichtig, all denen, die das demokratische System beschädigen oder abschaffen wollten, die Stirn zu bieten, betonte die SPD-Politikerin. Am Samstag hatten Theater, Musik, Lesungen, Kabarett und Workshops in die Kleinstadt an der deutsch-polnischen Grenze gelockt. Höhepunkt war am Abend eine Menschenkette rund um den Marktplatz.

Für die Neuauflage des Friedensfestes hatte die Görlitzer Landskron Brau-Manufaktur in diesem Jahr ein «Friedensbier» gebraut. Es soll an ein historisches Ereignis erinnern: Die Städte Görlitz und Zittau hatten sich einst über den Gerstensaft heftig entzweit. Während der Bierfehde am Ende des 15. Jahrhunderts wurden Biertransporte überfallen, Fässer zerschlagen und Zittauer Bier verschüttet. Eine nahe gelegene Senke wird noch heute Ostritzer Bierpfütze genannt. Die Oberbürgermeister von Görlitz und Zittau legten am Samstag symbolisch die historische Fehde bei und und schlossen einen «Bierfrieden».

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