SPD, Grüne und Linke: Kritik an Protest vor Kretschmers Haus

12.01.2021 Politiker von SPD, Grünen und Linken haben den Protest vor dem Privathaus von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert. Der Vorsitzende der SPD Sachsen, Martin Duhlig, bezeichnete diese Form der Auseinandersetzung als «unakzeptabel». «Das ist eine Bedrohung, wenn das in die Privatsphäre geht. Das ist Gewalt», sagte der SPD-Politiker «MDR aktuell». Er denke insbesondere an die Familien.

Franziska Schubert (Die Grünen), Fraktionsvorsitzende der Grünen in Sachsen, spricht. Foto: Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Sonntagmorgen hatte eine Gruppe von etwa 30 Menschen vor Kretschmers Privatgrundstück in Großschönau (Landkreis Görlitz) gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nachdem der Landeschef mit den etwa 30 Menschen am Gartenzaun gesprochen hatte, endete die Debatte nach etwa 15 Minuten und alle Personen verließen den Ort, wie die Polizei am Sonntag mitgeteilt hatte.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Sachsen, Franziska Schubert, sprach von einem Tabubruch. Dabei gehe es nicht nur um das bloße Eindringen in den privaten Raum eines Politikers, sondern auch um das gesendete Signal und die Verbreitung in den sozialen Medien. «Das ist eine Bedrohungssituation, die was macht, wenn man selber politisch aktiv ist und die auch Menschen zukünftig wahrscheinlich noch stärker darüber nachdenken lässt, ob sie in diese Verantwortung gehen», sagte die Grünen-Politikerin «MDR aktuell».

Der Fraktionsvorsitzende der Sächsischen Linken, Rico Gebhardt, schloss sich der Kritik an. Er sprach von einer Grenzüberschreitung. Dass sich Kretschmer überhaupt auf das Gespräch eingelassen habe, sieht der Linken-Politiker jedoch kritisch. «MDR aktuell» sagte er: «Ich glaube tatsächlich, dass man bestimmten Personen ab einer bestimmten Stelle dann sagen muss: «Bis hierher und nicht weiter».»

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