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Sachsen weitet Corona-Hilfe für Mittelständler aus

08.04.2020 - Nun sollen auch Firmen mit bis zu 100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro von zinsgünstigen Darlehen profitieren können. Kritikern geht das Programm allerdings nicht weit genug.

  • Michael Kretschmer (CDU, r) und Martin Dulig (SPD) sitzen nebeneinander. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Kretschmer (CDU, r) und Martin Dulig (SPD) sitzen nebeneinander. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsen weitet seine Corona-Hilfen für mittelständische Unternehmen aus. Das Programm «Sachsen hilft sofort» werde nun auch für Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern und mehr als einer Million Euro Jahresumsatz geöffnet, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch. Durch die Corona-Krise in Not geratene Firmen können Darlehen bis zu 100 000 Euro in Anspruch nehmen - zinsfrei und in den ersten drei Jahren tilgungsfrei.

Damit werde nach den Kleinunternehmen, Kreativen und Selbstständigen nun der Mittelstand als «Motor der wirtschaftlichen Entwicklung» in den Blick genommen, so der Minister. Das erweiterte Programm soll am Mittwoch nach Ostern an den Start gehen. Anträge können über die Sächsische Aufbaubank (SAB) gestellt werden.

Wer das Darlehen bereits nach drei Jahren zurückzahlt, bekommt zehn Prozent der Summe erlassen. Wenn Firmen ihre ‎durch die Corona-Pandemie entstandenen Verluste in den ersten drei Jahren nicht ausgleichen können, sollen ihnen bis zu 20 Prozent erlassen werden.

Mit der Öffnung reagiert Sachsen auch auf die Kritik von Kammern und Verbänden, die zuletzt immer wieder Nachbesserungen gefordert hatten. Das landeseigene Darlehensprogramm «Sachsen hilft sofort» galt bisher nur für Einzelunternehmer und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro.

Forderungen nach Zuschüssen für größere Unternehmen erteilte Wirtschaftsminister Dulig allerdings eine Absage und sprach von einem «Ringen» um einen Kompromiss - auch angesichts der geplanten Neuverschuldung. Sachsen könne nur einen Weg gehen, so Dulig. «Entweder kurzfristige Zuschüsse oder nachhaltige Darlehensprogramme zu attraktiven Bedingungen. Wir haben uns für den nachhaltigen Weg entschieden.»

Der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst kritisierte die Ausweitung des bestehenden Kreditprogrammes als völlig unzureichend. «Die Mittelständler mit 101 bis 249 Mitarbeitern lässt die Staatsregierung leider weiterhin hängen.» Sachsen sei nur eines von drei Bundesländern, das keine direkten Landeszuschüsse zahle, so Herbst.‎ Auch die AfD kritisierte, dass Sachsen nur mit Krediten helfe, die zurückgezahlt werden müssen.

Der Freistaat hat zudem ergänzend ein eigenes Hilfsprogramm für Betriebe in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei und Aquakultur aufgelegt. Vom Einzelunternehmer bis hin zum mittleren Betrieb mit bis zu 100 Mitarbeitern könnten zinsgünstige Darlehen zwischen 5000 und 100 000 Euro beantragt werden, so Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne). Mit dem Kredit sollen Liquiditätsengpässe - vor allem von Anbaubetrieben - überbrückt werden. «Diese werden spätestens mit der Spargel- und Erdbeerernte spürbar», so Günther.

In Sachsen ist unterdessen die Zahl der nachweislich am Coronavirus infizierten Menschen weiter gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich bisher 3339 Menschen infiziert (Stand: Mittwoch). Das waren 158 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg auf 52 - neun mehr als am Tag zuvor. Rund 1250 Erkrankte sind Schätzungen zufolge mittlerweile wieder genesen.

Die extra zum Thema Corona vom Freistaat geschaltete Homepage habe mittlerweile rund 5,5 Millionen Besucher verbucht, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Mehr als 2000 Mails mit Fragen seien eingegangen. Köpping betonte, dass die Telefon-Hotline auch während der Osterzeit von 12.00 bis 18.00 Uhr geschaltet sei, um Fragen der Bürger zu beantworten - etwa was erlaubt sei und was nicht. Bisher zählte die Hotline rund 1000 Anrufe täglich.

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