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Sachsens Bestattungsunternehmen fehlt Schutzausrüstung

10.04.2020 - Bei einem Todesfall in der Corona-Krise trifft Trauer auf strenge Regeln. Bestatter in Sachsen bemerken die Auswirkungen der Pandemie ganz deutlich - und hoffen auf Schutzausrüstung.

  • Ein benutzter Einweg-Mundschutz liegt auf einem Fußweg. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein benutzter Einweg-Mundschutz liegt auf einem Fußweg. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsens Bestattern fehlt in der Corona-Krise Schutzausrüstung. «Es wird kritisch, da wir in viele Einrichtungen nur noch mit kompletter Schutzausrüstung dürfen», sagte Tobias Wenzel, Innungsobermeister der Bestatterinnung Sachsen. Trotz einer größeren Spende von Handdesinfektionsmitteln fehlten in den Betrieben Schutzmasken und -anzüge, um die Arbeit als Bestatter sicher ausführen zu können.

Die Bestatter drängen daher darauf, in Sachsen als systemrelevant eingestuft zu werden. Hygieneartikel werden seinen Angaben zufolge derzeit nämlich vorrangig an systemrelevante Berufsgruppen geliefert. Mit der Anerkennung der Bestatter als systemrelevant wäre zudem die Betreuung von Kindern von Mitarbeitern geregelt, erklärte Wenzel. Sie hätten dann Anspruch auf eine Notbetreuung.

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter gilt der Beruf bislang nur in wenigen Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Thüringen als systemrelevant.

Mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Sars-CoV-2 haben sich auch die Beerdigungen selbst verändert. Beisetzungen sind laut Allgemeinverfügung in Sachsen nur noch an der frischen Luft und im engsten Familienkreis, maximal mit 15 Personen, erlaubt. «Die Angehörigen nehmen es hin», sagte Wenzel, der selbst ein Bestattungsunternehmen in Marienberg (Erzgebirgskreis) betreibt.

Allerdings seien alte Traditionen plötzlich nicht mehr umsetzbar: Viele Verstorbene seien in Vereinen verwurzelt gewesen, deren Mitglieder üblicherweise an der Bestattung teilnähmen, auch Nachbarn begleiteten die Toten üblicherweise auf dem letzten Weg. Wegen der Einschränkungen stehen derzeit nur wenige Menschen am Grab. Normalerweise nähmen an Beerdigungen in kleinen Städten und Dörfern etwa 50 Menschen teil, sagte Wenzel.

Teilweise würden Beerdigungstermine verschoben, sagte Wenzel. Gerade in den vergangenen Tagen sei es vielen Angehörigen aber wichtig gewesen, noch vor Ostern Abschied zu nehmen. Sie nähmen dann die Einschränkungen in Kauf.

Dass eine coronabedingte Zunahme von Todesfällen die Bestatter in Sachsen vor Probleme stellt, fürchtet Wenzel nicht. «Saisonale Schwankungen gibt es immer wieder», sagte er. Die Innungsbetriebe in Sachsen seien gut aufgestellt. «Ich vertraue meinen Kollegen», sagte der Innungsobermeister.

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