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Sachsens Handwerk fordert kostenfreien Meistertitel

17.06.2019 - Der Bauboom befeuert die gute Stimmung im Handwerk - mit Folgen für die Verbraucher. Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, fordert das Handwerk neue Wege bei der Meisterausbildung.

  • Sachsen Handwerk fordert einen künftig kostenfreien Erwerb des Meistertitels. Foto: D. Leppin/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sachsen Handwerk fordert einen künftig kostenfreien Erwerb des Meistertitels. Foto: D. Leppin/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Handwerk fordert einen künftig kostenfreien Erwerb des Meistertitels. «Berufliche und akademische Bildung sollten finanziell gleichgestellt werden, vor allem angesichts des hohen Fachkräftebedarfs im Handwerk», sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer, am Montag in Dresden.

Während das Studium aus Steuermitteln finanziert werde, müssten die Meisterabsolventen etwa 30 bis 35 Prozent der Kosten selbst tragen. Diese liegen den Angaben nach - je nach Gewerk - zwischen 11 000 und 20 000 Euro für Lehrgangskosten, Material und Prüfung. Handwerksmeister seien ebenso unentbehrlich wie Lehrer oder Rechtsanwälte, sagte Ermer.

Um Nachwuchs zu sichern, fordert das Handwerk seit langem auch die Rückkehr zur Meisterpflicht. 2004 war diese in mehr als 50 von 94 Berufen weggefallen - etwa für Gold- und Silberschmiede oder Fliesenleger. Seither habe eine «Dequalifizierungsspirale» eingesetzt, kritisierte Ermer. Betriebe ohne Meisterbrief bildeten kaum aus, zudem werde nicht immer nach Qualitätsstandards gearbeitet. Bis zum Herbst soll dazu ein Gesetzentwurf erarbeitet werden.

In Sachsen sind derzeit knapp 56 400 Handwerksbetriebe mit 320 000 Beschäftigten registriert. «Die Stimmung ist über alle Gewerke und Regionen hinweg ausgezeichnet», sagte Vizepräsident Frank Wagner. Im Frühjahrskonjunkturbericht beschrieben 96 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend.

Die größte Sorge mache den Betrieben derzeit der Mangel an Fachkräften. «Viele Firmen kommen an die Kapazitätsgrenze», warnte Wagner. Die Auftragsbücher vor allem im Baugewerbe seien wegen der anhaltenden privaten Nachfrage auf Wochen und Monate im Voraus «prall gefüllt».

Das hat Folgen für die Verbraucher: Die Kunden müssen sich im Schnitt gut drei Monate gedulden, bevor ein Handwerker ihren Auftrag ausführt. Im Bau liegt die Wartezeit bei mindestens vier Monaten.

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