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Sächsische Frühlingshochzeiten «in der Schwebe»

18.03.2020 - Zwei Ja-Sager und vielleicht ein Fotograf - so sehen Eheschließungen in Zeiten des Coronavirus aus. Ob die Trauung gefeiert werden kann, bleibt in vielen Fällen abzuwarten.

  • Zwei frisch Vermählte legen nach der Trauung die Hände übereinander. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei frisch Vermählte legen nach der Trauung die Hände übereinander. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Viele Verliebte schauen derzeit mit Sorge auf ihren nahenden Hochzeitstag. «Gerade steht vieles in der Schwebe und in den Sternen», sagte Hochzeitsplanerin Franziska Beyer von Mit-Dir-und-Mir-Hochzeitsplanung in Leipzig. Sie bekomme aktuell besorgte Anrufe und Mails von Paaren, die ein größeres Fest planen: Was machen wir? Wie verhalten wir uns? Wie sind eigentlich die Rücktrittsbedingungen in der Location? «Das muss man jetzt immer im Einzelfall prüfen - und jahreszeitenabhängig», sagte Beyer.

Die meisten Hochzeiten stehen bei Beyer im Sommer oder Spätsommer an - und sind somit nach Einschätzung der Hochzeitsplanerin vorerst nicht betroffen. «Mehr Sorgen machen mir natürlich die Frühlingshochzeiten - das ist ja ganz klar». Aktuell stehe eine Hochzeit Ende April «ein bisschen in der Schwebe».

Allein in Leipzig sind nach Angaben des Standesamtes sieben Hochzeiten in der nahen Zukunft abgesagt worden. Die Tendenz sei steigend, hieß es. Auch im Standesamt gebe es «krankheitsbedingte Ausfälle».

In Leipzig sind Trauungen nur noch ohne Gäste - auch ohne Trauzeugen, Angehörige oder Kinder - möglich. «Das Brautpaar kann einen Fotografen mitbringen, der Bilder für Daheimgebliebene machen kann», hieß es aus dem Standesamt.

Anderswo im Freistaat ist die Lage noch entspannter. «Bisher wurde eine Eheschließung terminlich verschoben», teilte Sylvia Otto, Sprecherin der Stadt Görlitz, der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Situation entwickle.

Bei Eheschließungen erhalten im Görlitzer Standesamt aktuell ebenfalls nur das Hochzeitspaar und ein Fotograf Zutritt. Eine mitunter schmerzhafte Einschränkung. «Insgesamt ist festzustellen, dass die Eheschließenden in dieser besonderen Situation sehr besonnen und verständnisvoll reagieren», so Otto.

«Bisher gab es keine Verlegungen und Absagen seitens der Brautpaare», hieß es aus Chemnitz. Auch die Eheschließungen an den gebuchten Außenstellen des Standesamtes würden, wenn gewünscht, durchgeführt. Allerdings dürfen auch in Chemnitz nur der Standesbeamte und das Paar an der Eheschließung teilnehmen.

Auch der Betrieb des Standesamtes der Stadt Dresden läuft planmäßig, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bisher habe es erst eine Absage für eine Eheschließung von Seiten des Brautpaares gegeben. Auch in der Landeshauptstadt sollen Paare die Zahl der Gäste soweit wie möglich reduzieren. In Zwickau trauen sich laut Standesamt bisher alle ganz nach Plan.

Im Austausch mit Kollegen hatte Hochzeitsplanerin Beyer erfahren, dass einige größere Feiern hingegen schon abgesagt oder verschoben wurden. «Aber so richtig Rat haben wir alle noch nicht», gesteht sich die Planerin ein. Man überlege und beratschlage zusammen mit den Locations und den anderen Veranstaltern, wie man weiter vorgehe. Wichtig sei aktuell vor allem die Absicherung der Paare.

Rücktrittsversicherungen für die Hochzeitsfeier können für Stornokosten aufkommen, falls die Hochzeit etwa durch eine unerwartete und schwere Erkrankung, Tod oder Unfall ausfallen muss. «Die am Markt verwendeten Versicherungsbedingungen sind allerdings absolut uneinheitlich», sagte Claudia Frenz vom Bund der Versicherten (BDV).

Paare sollten vor Abschluss sehr genau ins Kleingedruckte schauen, was konkret versichert ist und auf konkrete Ausschlüsse in den Versicherungsbedingungen achten. «Der Ausbruch einer Pandemie, wie die Ausbreitung des Coronavirus, sind genauso wie kriegerische Ereignisse sehr häufig ausgeschlossen», erklärte Frenz.

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