Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Sorbisches Festivalfieber: Ein Dorf tanzt zur Weltmusik

11.06.2019 - Zum Internationalen Folklorefestival am ersten Juli-Wochenende werden wieder 20 000 Gäste in der Lausitz erwartet. Das kleine Crostwitz erwartet mehr als 30 Ensembles von vier Kontinenten.

  • Tänzer aus Kroatien nehmen 2017 am Festumzug des Folklorefestivals Lausitz teil. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Tänzer aus Kroatien nehmen 2017 am Festumzug des Folklorefestivals Lausitz teil. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bautzen/Crostwitz (dpa) - Das Dorf Crostwitz im Herzen der sorbischen Lausitz verwandelt sich am ersten Juli-Wochenende zur Bühne für ein großes Tanz- und Musikfest. In sechs Höfen und im Dorfzentrum sind beim Internationalen Folklorefestival «Lausitz» Klänge und Tänze der weiten Welt zu erleben. «Wir wollen als Sorben wieder ein guter Gastgeber sein und gleichzeitig die Menschen aus der Lausitz mit diesem Jahrgang mit Neuem überraschen», sagte Festivalchef Marko Kowar.

Zu Gast bei der diesjährigen Auflage vom 4. bis 7. Juli sind zwölf Ensembles von vier Kontinenten. Bei ihrer Auswahl sei besonderer Wert auf die Teilnahme von Vertretern von Volksgruppen und Minderheiten gelegt worden, sagte Kowar. Ein weiteres Auswahlkriterium sei, dass die Ensembles Tänze oder Instrumente dabei hätten, die bereits zum geschützten immateriellen Kulturerbe gehörten.

So bringt die Gruppe «Qhaswa» aus Peru rituelle Tänze mit, die Gruppe «Bafopaz» aus Bolivien zeigt Tänze und Musik der indigenen Yampara-Kultur in den Südanden. Eine Gruppe aus Nepal präsentiert Musik und Tänze buddhistischer und hinduistischer Herkunft. Die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben stehen seit 2014 im nationalen Verzeichnis des immateriellen Unseco-Kulturerbes.

Neben den internationalen Teilnehmern treten zehn Folkloregruppen sowie zwölf Nachwuchsformationen aus der Lausitz und Deutschland auf. Das Festival beginnt mit einem Festumzug am 4. Juli durch Bautzen. Am Freitag macht es einen Abstecher in der Niederlausitz, bevor die Festivalkarawane nach Crostwitz weiterzieht. «Es sind rund 400 Helfer - Familien und Vereine - allein aus unserem Dorf und der näheren Umgebung am Gelingen des Festivals beteiligt», sagte Marko Kliemann, ehrenamtlicher Bürgermeister in Crostwitz.

Nach Veranstalterangaben werden in dem Ort mit 500 Einwohnern am Festivalwochenende 20 000 Besucher erwartet. «Auch viele ehemalige Lausitzer nutzen das Fest für einen Abstecher in die alte Heimat», sagte Kowar. Darüber hinaus würden Gäste aus Sachsen, Brandenburg und sogar den alten Bundesländern kommen. Erstmals werden mit den Verkehrsverbünden Shuttlebusse für Hin- und Rückfahrten zwischen Kamenz und Crostwitz sowie Bautzen und Crostwitz angeboten.

Zum ersten Mal trafen sich 1995 auf Einladung der Domowina - dem Bund Lausitzer Sorben - Amateure aus unterschiedlichen Ländern zu dem Folklore-Spektakel. Die Begegnung findet seitdem aller zwei Jahre statt. Ihr Vorläufer stammt schon aus der DDR. Damals organisierte das «Haus für sorbische Volkskultur» aller vier Jahre das Festival der sorbischen Kultur.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren