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Spargelernte: Eingeflogene Saisonkräfte sollen helfen

09.04.2020 - Der Spargel sprießt, doch vielerorts auf den Feldern fehlt es an Erntehelfern. Nach der Lockerung der Einreisebestimmungen für osteuropäische Saisonkräfte reisen nun die ersten nach Deutschland. Sachsens Landwirte hoffen auf die Helfer.

  • Erntehelfer aus Osteuropa ernten auf einem Feld Spargel. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Erntehelfer aus Osteuropa ernten auf einem Feld Spargel. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Ankunft des ersten Flugzeuges in Berlin mit Erntehelfern aus Rumänien warten Sachsens Landwirte auf helfende Hände. «Wir hoffen, dass die ersten Erntehelfer schon sehr bald nach Sachsen kommen», sagte der Geschäftsführer des Sächsischen Landesbauernverbandes, Manfred Uhlemann, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Wie viele der am Donnerstag in Deutschland gelandeten Saisonkräfte bald mit der Arbeit auf den Feldern beginnen würden, sei bisher nicht bekannt. Die Zeit dränge, die Spargelernte laufe auf Hochtouren. «Jetzt muss geerntet werden», so Uhlemann.

Die Bauern im Land befürchten seit Wochen aufgrund der Corona-Krise mit geschlossenen Grenzen vielerorts fehlende Saisonkräfte für Spargel, Erdbeeren und Co. In der vergangenen Woche hatten sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) geeinigt, dass rund 80 000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland fliegen können - um Ernteausfälle zu vermeiden. Am Flughafen Berlin Schönefeld war am Donnerstagvormittag das erste Flugzeug mit Erntehelfern aus Rumänien gelandet. Insgesamt sollten am Donnerstag rund 530 Arbeiter in Schönefeld ankommen.

Die Flugzeuge werden von den Agrarbetrieben gechartert, die die Helfer auch vom Flughafen abholen sollen. Über ein Portal des Deutschen Bauernverbands müssen sie die benötigten Arbeitskräfte anmelden. Die Helfer sollten am Flughafen zunächst medizinisch untersucht werden. Anschließend gilt für alle Ankommenden eine quarantäne-ähnliche Phase. Die Betriebe stünden dann in der Verantwortung, die Helfer in kleinen Teams zu organisieren, die während dieser ersten Zeit in Deutschland unter sich blieben, lebten und arbeiteten, sagte eine Sprecherin des Deutschen Bauernverbands.

Rund 4000 Saisonarbeitskräfte hätten den Bauern in Sachsen für die anlaufende Saison gefehlt - unter anderem aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn, so Manfred Uhlemann vom Landesbauernverband. Für die Landwirte sei es eine große Erleichterung, dass sie nun kommen dürften. Uhlemann geht allerdings davon aus, dass der erhöhte Aufwand für die Spargelernte die Preise für das begehrte Stangengemüse in diesem Jahr steigen lässt. Betriebe müssten für das Einfliegen der Helfer zahlen, das schlage sich auf den Preis nieder, so Uhlemann.

René Heidig von der Agrar GbR Naundörfel bei Meißen hat am Mittwoch mit dem Stechen der Spargelstangen begonnen. Vor Ostern sei die Nachfrage enorm, so der Agrarchef. In seinem Hofladen sei der erste Spargel binnen einer Stunde ausverkauft gewesen, so Heidig. Auf die Erntehelfer aus Rumänien ist sein Betrieb nicht unbedingt angewiesen. Er habe eine Liste von rund 250 Helfern aus der Region, die sich zum Ernten angeboten haben. Darunter etwa viele Mitarbeiter aus der Gastronomie, die derzeit wegen der Corona-Krise keinen Job hätten. Täglich seien drei bis vier Mann zum Probearbeiten auf den Feldern. «Ich hoffe, dass wir es so hinbekommen», sagte Heidig. Das weiße Stangengemüse wächst bei dem Agrarunternehmen auf rund 10 Hektar.

Größere Sorgen bereiten dem Landwirt die fehlenden Absatzmärkte durch die geschlossen Gaststätten. Sie würden in der Regel etwa die Hälfte des Spargels abnehmen - vor allem in der Hochsaison zu Ostern. Nun will Heidig seinen Spargel über die Meißner Region hinaus verkaufen - an mobilen Verkaufsständen. Die Suche nach Alternativen treibe derzeit viele Spargelbauern um, sagte auch Manfred Uhlemann. Es sei nicht so einfach zusätzliche Verkaufsstände zu organisieren. Zumindest aber zeigte sich der Verband erleichtert, dass Sachsen die Wochenmärkte wieder geöffnet habe. «Das hilft schon weiter.»

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