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Stephan E. war möglicherweise doch nicht auf Nazi-Treffen

24.06.2019 - Dresden/Kassel (dpa) - Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke war möglicherweise doch nicht im März auf einem Neonazi-Treffen in Sachsen. Behörden in Hessen gehen nach dpa-Informationen von einer Verwechselung aus. Das ARD-Magazin «Monitor» hatte berichtet, dass Stephan E. an einem Neonazi-Treffen in Mücka (Landkreis Görlitz) teilgenommen haben soll. Dort soll er dem Bericht zufolge zusammen mit Mitgliedern der Neonazigruppen «Combat 18» und «Brigade 8» fotografiert worden sein. Zuerst hatte «Spiegel Online» über die mögliche Verwechslung berichtet.

  • Das Clubhaus des Schützenclubs 1952 Sandershausen, wo der Verdächtige im Mordfall Lübcke Mitglied war. Foto: Göran Gehlen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Clubhaus des Schützenclubs 1952 Sandershausen, wo der Verdächtige im Mordfall Lübcke Mitglied war. Foto: Göran Gehlen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der «Monitor»-Beitrag stützt sich auf Fotos, die das Magazin gemeinsam mit einem Gutachter ausgewertet hat. Doch nach dpa-Informationen hat sich inzwischen ein Mann bei den Ermittlern gemeldet, der auf den Fotos mit E. verwechselt worden sein soll. Eine Teilnahme von Stephan E. an dem Treffen hätte den Aussagen des Verfassungsschutzes widersprochen, dass E. in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr so deutlich als Rechtsextremist in Erscheinung getreten sei.

Der WDR erklärte, dass der «Monitor»-Redaktion das Identitätsgutachten des Sachverständigen für Fotoforensik vorliege. Das Gutachten spreche von «unwiderlegbaren Übereinstimmungen» und sehe «die Identität der Person Stephan E. als sichtbare Person auf den Lichtbildern als praktisch erwiesen» an. Bisher habe die Redaktion keinen Anlass, an der Seriosität dieses Gutachtens und seines Verfassers zu zweifeln. Die Redaktion prüfe derzeit die neuen Hinweise.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Dringend tatverdächtig ist E., der 45-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

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