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Weitere Virusmutation und Negativrekord bei Sterbefällen

21.01.2021 - Mit der Corona-Pandemie hat Sachsen einen Rekord bei den Todesfällen verbucht. So viele Menschen wie im Dezember sind in den vergangenen 40 Jahren noch nie in einem Monat gestorben. Eine Nachricht aus Leipzig gibt zudem Anlass zu weiterer Sorge.

  • Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erstmals ist in Sachsen eine südafrikanische Variante des Coronavirus aufgetreten. Die Mutation gilt als deutlich ansteckender als das bisher im Freistaat verbreitete Virus. Betroffen ist nach Behördenangaben eine Frau Mitte 20, die zu Wochenbeginn am Leipziger Universitätsklinikum ambulant behandelt wurde - allerdings nicht wegen Corona-Verdachts. Das Virus sei beim Routine-Screening aller Patienten nachgewiesen worden, teilte das Universitätsklinikum am Donnerstag mit. Es handle sich um den ersten Nachweis dieser Virusvariante in Sachsen, bestätigte das Gesundheitsministerium.

Wo sich die Frau mit der Mutation angesteckt hat, ist nach Angaben der Stadt Leipzig vorerst unklar. Es sei nicht bekannt, dass sie jüngst in Südafrika gewesen sei, hieß es. Die Frau war nach der Notfallbehandlung am Montag wieder nach Hause geschickt worden, weil sie keine Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatte. Sie müsse nicht medizinisch behandelt werden und befinde sich inzwischen in häuslicher Quarantäne. Zudem würden nun Kontakte zu anderen Personen und der Infektionsweg überprüft.

Die Stadt Leipzig habe ihr versichert, dass das Gesundheitsamt über die nötigen Kapazitäten verfüge, um die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping auf Anfrage nach einem Gespräch mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (beide SPD). «Wir hoffen beide, dass dies gelingt und der Weg dieser hoch ansteckenden Corona-Mutation nachverfolgt werden kann.»

Köpping appellierte, Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einzuhalten: «Ohne Kontakte kann sich auch dieses Virus nicht ausbreiten.» «Es kommt jetzt mehr denn je auf jeden Einzelnen an, sich selbst und andere Menschen zu schützen und die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen», mahnte auch Jung.

Laut Uniklinikum handelt es sich «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» um den Stamm B.1.351. Diese Variante sei vor allem in Südafrika verbreitet. «Eine vollständige Sequenzierung des Virusgenoms der nun nachgewiesenen Virusvariante ist in Arbeit», sagte die kommissarische Leiterin der Virologie am Uniklinikum, Corinna Pietsch. «Daten aus anderen Ländern weisen darauf hin, dass diese Virusvariante ansteckender und damit letztendlich leider für die Bevölkerung auch gefährlicher ist, weil sich mehr Menschen infizieren und erkranken.» Zudem gebe es Hinweise, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt sein könnte.

Der Fall aus Leipzig beschäftigt auch die Behörden im benachbarten Halle (Sachsen-Anhalt). Dort sei eine Kontaktperson der Frau positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilte die Stadt mit. Eine Probe von ihr und ihrem Partner würden nun zur genaueren Bestimmung sequenziert. Das Ergebnis wird für Freitag erwartet.

Die Südafrika-Variante B.1.351 des Coronavirus war vor mehr als einer Woche erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Erkrankt war den Angaben zufolge eine Person, die mit ihrer Familie von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt war. In Sachsen war bereits Anfang des Monats eine neue Variante des Virus aus Großbritannien bei einem Patienten aus Dresden aufgetreten.

Sachsen hat in der Corona-Pandemie eine Rekordzahl an Todesfällen binnen eines Monats verzeichnet. Fast 9700 Menschen seien im Dezember im Freistaat gestorben, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz mit. Das seien so viele wie noch nie in einem Monat in den letzten 40 Jahren. Zugleich habe sich die Zahl der Toten im Vergleich zum Vorjahresmonat fast verdoppelt. Im Dezember 2019 hatten die Statistiker noch weniger als 5000 Tote verzeichnet.

Monatsdaten zu Sterbefällen liegen nach Angaben der Statistiker seit 1980 elektronisch vor. In diesem Zeitraum habe es noch nie einen höheren Monatswert gegeben als im Dezember 2020. Inwieweit andere Faktoren neben der Pandemie zu diesem Höchstwert beigetragen haben, konnten die Fachleute noch nicht sagen. Die abschließende Statistik zu den Todesursachen liege voraussichtlich im Sommer vor, hieß es.

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hat das Infektionsgeschehen in Sachsen zuletzt weiter abgenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 186. War der Freistaat über Wochen negativer Spitzenreiter bundesweit, belegt er nun im Vergleich der Bundesländer nur noch Platz vier hinter Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Sachsens Gesundheitsämter haben bis Donnerstagmittag innerhalb eines Tages 1246 neue Corona-Infektionen gemeldet. Landesweit wurden damit seit Ausbruch der Pandemie fast 171 900 Fälle bestätigt, wie aus der täglichen Online-Übersicht des Landes hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion stieg demnach zuletzt um 90 auf 5509.

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