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Syrische Bildungsaktivistin erhält Dresdner Friedenspreis

05.12.2019 - Schon viele Prominente haben den Dresden-Preis bekommen. Manchmal geht er auch an Menschen, die bisher kaum im Rampenlicht standen und im Kleinen etwas Großes vollbringen.

  • Muzoon Almellehan, die bisher jüngste Unicef-Botschafterin. Foto: Christina Sabrowsky/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Muzoon Almellehan, die bisher jüngste Unicef-Botschafterin. Foto: Christina Sabrowsky/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Für ihren Kampf um Bildung für Kinder in Krisengebieten erhält die Syrerin Muzoon Almellehan den 11. Internationalen «Dresden-Preis». Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird der Bildungsaktivistin am 9. Februar 2020 in der Dresdner Semperoper überreicht, wie die Organisation Friends of Dresden am Donnerstag mitteilte. Die 21-jährige Unicef-Sonderbotschafterin, die inzwischen in Großbritannien lebt, engagierte sich bereits mit 14 Jahren in einem jordanischen Flüchtlingslager für die Bildung von Kindern, hieß es.

«Bildung ist vielleicht das höchste Gut, das jungen Geflüchteten zuteilwerden kann. Sie ebnet den Weg, um nach dem Trauma der Vertreibung Würde und Sinn wiederzugewinnen, sie kann die Befreiung aus lebenslanger Abhängigkeit bedeuten», betonte Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung, die den Dresdner Friedenspreis stiftet. Muzoon Almellehan sei ein Symbol dafür, dass «jeder seinen Beitrag zum Frieden leisten kann, auch wenn er machtlos scheint».

Die Laudatio hält Vorjahressiegerin Kim Phuc Phan Thi. Sie ging als «Napalm-Girl« aus dem Vietnamkrieg in die Geschichte ein. Ein Foto, das sie nach einem Napalm-Angriff auf ihr Dorf als junges Mädchen nackt, schreiend und schwer gezeichnet zeigt, ging damals um die Welt und trug mit dazu bei, dass sich die Haltung in der amerikanischen Bevölkerung zum Vietnamkrieg änderte. Die beiden Preisträgerinnen verbindet viel: Beide mussten als Kinder Krieg erleben, beide haben aus dieser Erfahrung den Schluss gezogen, sich für andere von Kriegen betroffene Kinder einzusetzen, hieß es.

«Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Dresdens stellen wir mit Syrien einen aktuellen Krieg in den Mittelpunkt der Preisverleihung. Denn auch nach Dresden 1945 wurde und wird weiter gestorben in unseligen Kriegen», erklärte der frühere FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum, der Ehrenmitglied des Vereins Friends of Dresden ist und als 12-Jähriger die Bombardierung seiner Heimatstadt Dresden miterlebte. Ganz bewusst zeichne man mit der 21-jährigen Muzoon Almellehan eine sehr junge Aktivistin aus, sagte er: «Denn es ist die Jugend mit ihrem moralischen Kompass und ihrer Leidenschaft, auf die wir setzen müssen, um die Welt zu verändern und auch die unsägliche Spirale Krieg-folgt-auf-Krieg endlich zu unterbrechen».

Der «Dresden-Preis» wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich im besonderen Maße um Frieden und Völkerverständigung verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger waren unter anderen der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, der Kriegsfotograf James Nachtwey, der Herzog von Kent und der Whistleblower Daniel Ellsberg.

Ein Sonderpreis (5000 Euro) geht 2020 an das Dresdner Musikprojekt «Musaik – Grenzenlos Musizieren» das seit zwei Jahren Kinder aus Flüchtlingsfamilien und Mädchen und Jungen aus Dresden beim gemeinsamen Musizieren vereint.

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