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Talsperren und Grundwasser: Versorgung in Sachsen gesichert

12.08.2020 - Flüsse und Bäche in Sachsen führen immer weniger Wasser oder trocknen aus. Kurzfristige Niederschläge entspannen die Lage nur bedingt - auch Talsperren profitieren davon nicht. Gibt es Anlass zur Sorge?

  • Ein Angler sitzt in der Talsperre Lehnmühle auf einer Brücke. Foto: Tino Plunert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Angler sitzt in der Talsperre Lehnmühle auf einer Brücke. Foto: Tino Plunert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wasserversorgung in Sachsen ist trotz anhaltender Trockenheit und Wärme nicht in Gefahr. Sowohl die Talsperren als auch die Grundwasserspeicher haben genügend Reserven. «2020 braucht man sich überhaupt keine Sorgen zu machen», sagte Karin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung (LTV), am Mittwoch. Dank der Niederschläge im Februar am Ende eines ungewohnt trockenen Winters seien die meisten Anlagen gut gefüllt. Und auch das unterirdische Reservoire reiche nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) trotz niedriger Grundwasserspiegel derzeit aus.

«Wir befinden uns nunmehr im dritten Trockenjahr», sagte Schöne. Sowohl Niederschläge als auch die Zuflüsse zu den Talsperren lägen teils deutlich unter den langjährigen Monatsmittelwerten. Es komme im Schnitt nur etwa die Hälfte in den Trinkwassertalsperren an, der Rest versickere wegen des niedrigen Grundwasserspiegels, verdunstete oder werde von der Vegetation aufgenommen. Die Trinkwassertalsperren seien im Schnitt zu 83 Prozent gefüllt, mit regionalen Unterschieden.

Sie versorgen landesweit etwa 40 Prozent der Haushalte. Zu 33 Prozent kommt das Trinkwasser aus Grundwasser, zu 22 Prozent aus Uferfiltrat. Derzeit unterschreiten nach Angaben des LfULG etwa 93 Prozent der Messstellen den monatstypischen Grundwasserstand um durchschnittlich einen halben Meter, örtlich liegt er auch darunter. «Momentan muss man sich da keine Sorgen machen», sagte Sprecherin Karin Bernhardt.

Die Niedrigwassersituation an Flüssen und Bächen verschärft sich laut Bernhardt mit der extrem trockenen und heißen Witterung weiter. Auch die jüngsten ergiebigen Niederschläge zu Wochenbeginn konnten die Lage nur kurzzeitig etwas abmildern. «Aktuell bewegen sich die Durchflüsse an 60 Prozent der ausgewerteten Pegel im Niedrigwasserbereich und weitere 23 Prozent steuern darauf zu.» Das Landratsamt des Landkreises Leipzig sprach von einem noch nie beobachteten defizitären Zustand des Wasserhaushalts der Region und untersagte die Entnahme aus oberirdischen Gewässern, vor allem mit Pumpen.

Starkregen hilft auch den Talsperren nicht sonderlich, weil er meist sehr lokal und nicht immer im Einzugsgebiet auftritt und zu viel Wasser auf einmal ist, wie LTV-Sprecherin Schöne sagte. «Wir brauchen ein paar Tage schönen Landregen.»

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