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Tausende Schüler gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße

15.03.2019 - «Hopp, Hopp, Hopp, Kohle-Stopp» - mit frechen Sprüchen und selbstgemalten Plakaten fordern Schüler ein Umdenken in der Klimapolitik. Der Protest fällt in die Schulzeit, dafür haben nicht alle Verständnis.

  • Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt. Foto: Robert Michael © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Teilnehmer einer "Fridays for Future" Demonstration gegen den Klimawandel laufen mit Schildern durch die Innenstadt. Foto: Robert Michael © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Unter dem Motto «Fridays for Future» haben Tausende Schüler mit lauten Sprechchören und bunten Transparenten in Sachsen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Dresden versammelten sich vor dem St. Benno-Gymnasium nach Einschätzung von Teilnehmern bis zu 2000 Menschen. Nach einer Protestkundgebung machten sie sich mit Rufen wie «Hopp, Hopp, Hopp, Kohle-Stopp» auf den Weg zur Kreuzkirche in der Innenstadt. Nach Polizeiangaben verliefen die Proteste friedlich. «Wir wollen in einer schönen, sauberen Welt leben», sagte die 17-jährige Celine, die mit Freunden aus Hoyerswerda angereist war. «Und nicht nur wir, sondern auch noch unsere Enkel.» Unter den Demonstranten waren auch viele junge Familien, die Plakate etwa am Kinderwagen befestigt hatten.

In Chemnitz kamen laut Polizei zwischen 2000 und 3000 Schüler trotz Regenwetters zusammen. In Leipzig war die Auftaktkundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz ebenfalls gut gefüllt. Anschließend zogen die Schüler durch die Stadt über den Augustusplatz - wo unter viel Beifall zum Thema Umwelt geredet wurde - bis zum Bundesverwaltungsgericht. «Es hat aufgehört zu regnen, die Stimmung ist super», twitterten die Organisatoren am frühen Nachmittag. In Görlitz machten sich nach Angaben der Polizei rund 300 Schüler für das Klima stark und zogen vom Stadtpark bis zum Untermarkt.

Die Schulstreik-Aktionen sind Teil einer internationalen Kampagne unter dem Motto «Fridays for Future», die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg gestartet wurde. Rund um den Globus waren am Freitag mehr als 2000 Kundgebungen und Schülerstreiks in mehr als 120 Staaten angekündigt, hierzulande rund 200. Die Demos sind allerdings nicht unumstritten, da die Proteste in die Unterrichtszeit fallen.

«Die Schüler haben es geschafft, das Thema auf die öffentliche Agenda zu setzen», sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Sachsen. Die Behörde begrüße es zwar, dass die Schüler politisch denken und handelten. Dennoch appellierte das Ministerium an die Einhaltung der Schulpflicht. «So einfach unentschuldigt fehlen, das geht nicht.»

Die Schulen gehen laut Ministerium unterschiedlich mit den Schülerprotesten um. Mancherorts stellten die Eltern einen Antrag auf Freistellung und «die Schule drücke ein Auge zu», so der Ministeriumssprecher. Andere Schulen wiederum untersagen eine Teilnahme. So etwa das Gymnasium Luisenstift in Radebeul. «Unsere Schüler werden nicht freigestellt, es gibt eine Schulpflicht», erklärte Schulleiterin Heike Stolzenhain. Die Jungen und Mädchen könnten nach Schulschluss an den Demonstrationen teilnehmen, hieß es.

Dennoch ließen sich vielerorts in Sachsen die Schüler nicht abhalten, manche kamen auch in Begleitung ihrer Eltern. «Wenn die Kinder für ihre Zukunft kämpfen, müssen wir sie unterstützen», sagte eine Mutter in Dresden. Andere Schüler kamen mit ihren Lehrern, die dafür Schulausfall nutzten. Ein Plakat mit «Wir schwänzen nicht, wir kämpfen», hielten Schüler einer achten Klasse einer Dresdner Oberschule in die Luft. «Wir wollen, dass die Umwelt nicht kaputt geht», sagte die 14 Jahre alte Fiona.

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