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Ernte erneut unterdurchschnittlich: Günther fordert Umdenken

07.07.2020 - Sachsens Landwirte sind in diesem Jahr arg gebeutelt. Kein Regen im Frühjahr, dafür Frostnächte im Mai: Die Ernte vor allem in Nordsachsen der Oberlausitz wird wohl verheerend ausfallen. Agrarminister Günther nimmt aber auch die Bauern in die Pflicht.

  • Der sächsische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Wolfram Günther (Grüne), spricht. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der sächsische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Wolfram Günther (Grüne), spricht. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsens Landwirte erwarten erneut eine unterdurchschnittliche Ernte. Dabei fallen die Aussichten bedingt durch die anhaltende Dürre und späte Fröste je nach Kultur und Region sehr unterschiedlich aus. Die Bauern in Nordsachsen, dem Leipziger Raum sowie der Oberlausitz seien extrem enttäuscht und hätten Sorgen um ihre Existenz, sagte der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB), Torsten Krawczyk am Dienstag in Großweitzschen (Mittelsachsen). Sachsen leide das dritte Jahr in Folge unter Trockenheit und Wetterextremen.

Bis Mitte Mai habe es keine nennenswerten Niederschläge gegeben, dann kamen Spätfröste und Hagel, erläuterte Krawczyk. «Und nun ist es in vielen Regionen wieder seit Wochen trocken, die Situation verschlechtert sich von Tag zu Tag.» Er verwies insbesondere auf die Wintergerste mit teilweise bis zu 80 Prozent Ernteverlusten vor allem auf sandigen Böden. Darüber hinaus habe der Frost bei Weizen, Roggen und Mais gebietsweisen Schaden, bis zum Totalausfall, angerichtet. «Der Mais sieht verheerend aus, er vertrocknet auf der Stelle. Dadurch werden die Sorgen der Futterbetriebe noch größer werden.»

Angesichts der erwarteten Ernteausfälle forderte der Verband eine Versicherung mit bezahlbaren Prämien. Sinnvoll wäre eine Mehrgefahrenversicherung mit einer staatlichen Anschubfinanzierung, die neben Frost-, Hagel-, Sturm- und Starkregen- auch Dürreschäden absichert, erläuterte Krawczyk.

Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) appellierte an die Betriebe eigenverantwortlich zu handeln, in dem sich diese strategisch umstellen und vielseitig aufstellen. Das Thema der Klimawandelanpassung sei in der Theorie seit Jahren bekannt, aber «oft ist die Not der Antreiber für etwas Neues», sagte er in Großweitzschen. Das breite Spektrum an Möglichkeiten werde vom Freistaat gefördert. Auch seien hierzu bereits etliche Forschungsvorhaben initiiert und finanziert worden.

Günther betonte zudem, dass eine stärker regional ausgerichtete Verarbeitung und Vermarktung die Einkommensaussichten der Landwirtschaft stabilisieren könne. «Wir wollen Regionalität aus der Nische herausholen und hin zur Systemrelevanz bringen.» Er setzt auf Direktvermarktung, Einzelhandel und Außerhausverpflegung in Restaurants, Kantinen, Kitas oder Kliniken.

Zudem kündigte der Minister an, dass Sachsen den Kauf von Flächen für einheimische Landwirte per Gesetz erleichtern wolle. Im Gegenzug soll der Erwerb für Investoren aus anderen Branchen erschwert werden. Man wolle eine breite Eigentumsstreuung sicherstellen, kündigte Günther an. Eine Bodenpreisbremse soll dafür sorgen, dass Agrarbetriebe Kauf- und Pachtpreise aus dem Kerngeschäft erwirtschaften können, was sich derzeit immer schwieriger gestalte. Auch ein Existenzgründerprogramm für Neustarter in der Landwirtschaft soll es geben.

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