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Unesco-Gremium entscheidet über Welterbekandidaten

26.06.2019 - Wieder einmal entscheiden Experten, welche Stätten neu auf die Welterbeliste kommen. Das Erzgebirge hofft, dabei berücksichtigt zu werden. Doch es stehen auch unliebsame Entscheidungen an.

  • Unesco-Gremium entscheidet über Welterbekandidaten. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Unesco-Gremium entscheidet über Welterbekandidaten. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Baku (dpa) - Nach jahrelanger Vorbereitung hoffen Sachsen und Tschechen auf den Titel des Weltkulturerbes für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Das Welterbekomitee der Sonderorganisation der Vereinten Nationen berät darüber von Sonntag an (30. Juni bis 10. Juli) in Baku in Aserbaidschan. Weltweit sind 36 Stätten nominiert, drei davon haben einen deutschen Bezug: Neben der Montanregion das Augsburger Wassermanagement-System und die alte römische Militärgrenze - der sogenannte Donaulimes. Über diese Anträge wird dem Unesco-Komitee zufolge voraussichtlich zwischen dem 5. und 7. Juli entschieden.

Die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, zeigte sich bereits zuversichtlich: Die deutschen Anträge seien auf dem richtigen Weg, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Der Weltdenkmalrat hat dem Unesco-Komitee empfohlen, alle drei Nominierungen in die Welterbeliste aufzunehmen, an denen sich Deutschland beteiligt. Das ist ein gutes Zeichen.»

Als deutscher Hauptkandidat geht das Augsburger Wassermanagment-System ins Rennen. Die Stadt in Bayern bewirbt sich mit ihrem weit verzweigten System von Kanälen, Prachtbrunnen und Wasserkraftwerken. Das Wasser wurde früh zum Aufstieg Augsburgs zu einer Industriestadt genutzt, bereits die Römer verlegten vor etwa 2000 Jahren eine Fernwasserleitung in die Stadt.

Darüber hinaus ist Deutschland an zwei weiteren, internationalen Bewerbungen beteiligt. Der sogenannte Donaulimes soll in das bereits bestehende Welterbe «Die Grenzen des Römischen Reiches» aufgenommen werden. Dafür macht sich Bayern gemeinsam mit Österreich, der Slowakei und Ungarn stark. Als Donaulimes wird ein Teil der römischen Militärgrenze entlang des Flusses bezeichnet.

Bei dem dritten diesjährigen deutschen Antrag geht es um die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří, die gemeinsam mit Tschechien nominiert wurde. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen wollte eigentlich schon vor wenigen Jahren das Unesco-Siegel erhalten, nach Bedenken des Weltdenkmalrats (Icomos) wurde die Bewerbung aber zurückgezogen und überarbeitet.

Außerdem sind für die Unesco-Liste unter anderem die irakische Stadt Babylon, die historische Königsstadt Bagan in Myanmar, die Kulturlandschaft Budj Bim in Australien sowie historische Stätten der Eisenverhüttung in Burkina Faso vorgeschlagen worden.

Über diese Anträge müssen nun die Mitglieder des Welterbekomitees entscheiden. Das Gremium setze sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen, erläutert die Deutsche Unesco-Kommission. Ein Hauptthema der Tagung ist der Schutz von gefährdeten Welterbestätten und die Weiterentwicklung des Welterbeprogramms. Bei zahlreichen Orten auf der Welterbeliste soll der Erhaltungszustand geprüft werden.

Auf der Liste des Welterbes stehen derzeit knapp 1100 Kultur- oder Naturstätten in 167 Staaten, 38 Orte sind in diesem Jahr neu nominiert. Deutschland ist bislang mit 44 Stätten auf der Liste vertreten. Der Aachener Dom war 1978 der erste Beitrag der Bundesrepublik, später kamen beispielsweise die Würzburger Residenz, die Hansestadt Lübeck, die Berliner Museumsinsel, die Völklinger Hütte und die Fossilienlagerstätte Grube Messel in Hessen hinzu.

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