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Urteil zum tödlichen Messerangriff von Chemnitz erwartet

22.08.2019 - Dresden (dpa) - Im Prozess zur tödlichen Messerattacke auf einen Deutschen vor knapp einem Jahr in Chemnitz wird an diesem Donnerstagnachmittag in Dresden das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer eine Gesamtfreiheitsstrafe für den Angeklagten von zehn Jahren wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gefordert. Der Angeklagte hat sich während des Prozesses nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. In einem kürzlichen Fernsehinterview des ZDF beteuerte der 24-Jährige jedoch seine Unschuld.

  • Eine Fernsehkamera steht vor einem Gebäude des Oberlandesgericht Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Fernsehkamera steht vor einem Gebäude des Oberlandesgericht Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Syrer soll gemeinsam mit einem flüchtigen Iraker am 26. August 2018 am Rande eines Stadtfests in Chemnitz einen 35-Jährigen mit Messerstichen getötet und einen weiteren Mann schwer verletzt haben. In der Folge kam es in der Stadt zu rassistisch motivierten Übergriffen, die mehr als das Verbrechen selbst auch auf internationaler Ebene ein Schlaglicht auf Chemnitz warfen. Der Streit um die Frage, ob es «Hetzjagden» gegeben habe, wurde zur Zerreißprobe für die große Koalition - und führte letztlich dazu, dass der damalige Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, seinen Posten verlor. Im November 2018 versetzte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Maaßen dann in den einstweiligen Ruhestand, nachdem dieser laut einem Redemanuskript von teils «linksradikalen Kräften in der SPD» gesprochen hatte.

Vor dem erwarteten Urteil durch das Landgericht Chemnitz werden erst noch die Nebenklagevertreter sowie die Verteidigung ihre Plädoyers halten. Der Prozess findet aus Sicherheitsgründen in einem Gebäude des Oberlandesgerichtes (OLG) Dresden statt.

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