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Verband: Blinde bei Corona-Verordnungen kaum berücksichtigt

07.06.2020 - Abstandhalten in der Öffentlichkeit? Online einkaufen statt vor Ort? Blinde und Sehschwache stehen in der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Manche fühlen sich im Stich gelassen.

  • Ein Mann steht mit seinem Blindenstock während eines Tastrundgangs in einem Museum. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann steht mit seinem Blindenstock während eines Tastrundgangs in einem Museum. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Blinde und sehbehinderte Menschen sind bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus kaum berücksichtigt worden, kritisiert der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen. «Wir sind zwar nicht die Masse der Gesellschaft, aber wir wurden schlicht vergessen», sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Schneider in Meißen. So seien die Markierungen auf Böden und Absperrungen vor Geschäften und anderen Einrichtungen einfach nicht zu erfassen. Wie sollen die Behinderten beispielsweise auch Hinweisschilder erkennen?

Mit diesen ungewohnten Situationen kämen die Menschen nicht zurecht, diese Herausforderungen könnten sie nicht alleine stemmen, sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Tages der Sehbehinderten am 6. Juni. Er appellierte an andere, mitzuhelfen. «Viele Blinde und Sehbehinderte trauen sich in Corona-Zeiten nicht allein in die Öffentlichkeit», so Schneider. Bei den Betroffenen sei eine große Vereinsamung zu registrieren, beklagte er.

Hinzu käme, dass auch viele Veranstaltungen des Verbandes wie Ausflüge und gesellige Treffen abgesagt werden mussten. Ein Ausweichen auf andere Veranstaltungsorte sei so gut wie unmöglich. «Die Lokalitäten, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, sind auf die Bedürfnisse von Blinden und Sehschwachen eingestellt, das kann man nicht einfach verlagern», sagte Schneider.

Auch bei dem derzeitigen Boom digitaler Angebote seien Blinde ausgebremst, so Schneider. Er nannte in diesem Zusammenhang Videokonferenzen, Online-Einkaufen oder das Streamen von Filmen. Sein Verband fordere deshalb endlich eine überfällige gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit digitaler Angebote.

Dem sächsischen Verband gehören nach Angaben von Schneider derzeit etwa 1000 Mitglieder an. Doch es gebe noch weit mehr Menschen mit Seheinschränkungen.

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