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Weniger Kriminalität bei mehr politisch motivierten Taten

03.04.2019 - In Sachen Kriminalität ist Sachsen statistisch sicherer geworden. Der Innenminister zieht positiv Bilanz für 2018 - mit viel Licht, aber auch einigen Schattenstellen.

  • Ein fiktiver Einbrecher blickt an einem Haus durch eine eingeschlagene Fensterscheibe. Foto: Daniel Maurer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein fiktiver Einbrecher blickt an einem Haus durch eine eingeschlagene Fensterscheibe. Foto: Daniel Maurer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Die Kriminalität in Sachsen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach der am Mittwoch in Dresden vorgelegten Statistik ist die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten im Vergleich zu 2017 um fast 13,4 Prozent auf 278 796 und damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. «Der starke Rückgang ist erfreulich, von einer Trendwende zu sprechen wäre verfrüht», sagte Innenminister Roland Wöller (CDU). Rückgänge wurden bei Wohnungseinbruchs- und Fahrzeugdiebstählen sowie Grenz- und Gewaltkriminalität registriert. Bei den politisch motivierten Straftaten und Rauschgiftdelikten stehen mehr Fälle zu Buche als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote insgesamt lag bei 56,6 Prozent - um 2,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Mit 6831 Straftaten pro 100 000 Einwohner liegt der Freistaat inzwischen knapp unter dem Bundesdurchschnitt (6710). Die Diebstähle dominierten nach wie vor mit 42 Prozent. Um 12,4 Prozent zugenommen haben Angriffe und Widerstand auf Vertreter der Staatsgewalt und Medien, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes, Petric Kleine. Insgesamt 1274 solcher Fälle wurden registriert. Auch Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe nahmen zu, ebenso wie Körperverletzung und Sachbeschädigung an Fahrzeugen.

Die politisch motivierte Kriminalität nahm nach dem Rückgang 2017 wieder zu - um sechs Prozent. 313 der insgesamt 3461 Straftaten waren Gewaltdelikte. Fast zwei Drittel kamen aus dem rechten Spektrum. Aber auch die gewaltbereite linke Szene zeige kein Nachlassen, sagte Kleine. Zu Buche stehen 31 Brand- und Sprengstoffangriffe, vor allem auf Autos von Unternehmen oder staatlicher Stellen, sowie Attacken auf Polizei, Justiz, Medien und politische Gegner. Schwerpunkt sei Leipzig.

Um 13 Prozent zugenommen haben Hass und ausländerfeindliche Propaganda. 233 der 254 registrierten Fälle betrafen das rechte Spektrum. Die Zahl der fremdenfeindlichen Straftaten stieg um 31 Prozent, die Mehrzahl war rechts motiviert. Zudem wurden im vergangenen Jahr 66 Straftaten im Zusammenhang mit Islamismus registriert (2017: 54), 57 Fälle davon hatten einen terroristischen Hintergrund.

Dagegen verzeichnet die Statistik mit 2280 Vorfällen (2017: 2652) in informationstechnischen Systemen und Datennetzen einen Rückgang bei Cybercrime. Bei 80 Prozent davon ging es um Computerbetrug, der um zwei Drittel gegenüber 2017 zunahm. Das betrifft laut Kleine vor allem den Internethandel, aber auch Beleidigung und Pornografie spielten eine Rolle.

Die polizeiliche Kriminalstatistik bildet laut Wöller nicht die tatsächliche Lage ab, da nicht jede Straftat angezeigt werde. «Es gibt einen Unterschied zwischen gefühlter und gemessener Kriminalität.» Er appellierte, «alle Straftaten zur Anzeige zu bringen». Die Statistik ist vor allem Grundlage für die Behörden, um Entwicklungen, neue Trends und Schwerpunkte der Kriminalität zu erkennen.

2018 wurden danach 88 821 meist Erwachsene als Tatverdächtige ermittelt. Gut ein Fünftel (21,5 Prozent) von ihnen waren Nichtdeutsche. Die Autodiebstähle sanken um 7,3 Prozent von 2503 auf 2321, fast jeder Dritte konnte aufgeklärt werden. Der Rückgang bei Wohnungseinbrüchen betrug rund zwei Prozent (70) auf 4001. Hier konnte etwa jeder vierte Fall aufgeklärt werden. Entlang der insgesamt 577 Kilometer langen sächsischen Außengrenze zu Polen und Tschechien wurden 16 945 Straftaten registriert, fast 1000 weniger als 2017 - ohne illegale Einreise und Aufenthalte.

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