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Wolfsangriffe auf Schafe bei Dresden

01.07.2020 - Wenn Wölfe in der Nähe von Siedlungen Nutztiere reißen, gibt es immwer wieder Unruhe unter den Anwohnern. Dennoch bleibt der Wolf ein scheues Tier und meidet den Kontakt zu Menschen.

  • Ein Wolf läuft durch sein Gehege. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Wolf läuft durch sein Gehege. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei mehreren Wolfsangriffen auf Schafherden sind in den vergangenen Tagen in der Nähe von Dresden zwölf Nutztiere getötet oder verletzt worden. Nach Überprüfung durch einen Experten sei mit hoher Sicherheit davon auszugehen, dass Wölfe die Verursacher waren, teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Mittwoch in Dresden mit. «Die Schafe waren jeweils leichte Beute für den Wolf, da die vorgefundenen Schutzmaßnahmen nicht den geforderten Mindestschutzkriterien entsprachen», hieß es.

Am Mittwoch hatte zunächst das Onlineportal Tag24 davon berichtet, dass im Dresdner Stadtteil Weißig auf einer Koppel sieben Schafe gerissen wurden. Bereits am Montag wurde in Ullersdorf (Landkreis Bautzen) ein Schaf getötet.

Nach Angaben des Landesamtes ereigneten sich die Risse im Bereich der Dresdner Heide. «Das Territorium des dort ansässigen Rudels erstreckt sich über die Dresdner Heide und die angrenzenden Felder und Wiesen. Obwohl die Risse nahe der Wohnbebauung stattfanden, bestand für die Bevölkerung keine Gefahr», teilte die Behörde mit. Wölfe würden auf ihren Streifzügen auch in der Nähe von Siedlungen und gelegentlich sogar in Ortschaften auftauchen: «Es handelt sich dabei um kein auffälliges oder gar als dem Menschen gegenüber gefährlich einzustufendes Verhalten. Der Wolf scheut, wie andere Wildtiere auch, den direkten Kontakt zu Menschen.»

Die Behörde stellte klar, dass Wölfe hauptsächlich Jagd auf Wildtiere machen: «Stößt er auf seinen Streifzügen auf unzureichend oder gar nicht geschützte Haus- und Nutztiere, sind diese eine leichte Beute. Wölfe, die immer wieder auf ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere treffen, lernen sehr schnell, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als wildlebende Beutetiere», hieß es. Das könne dazu führen, dass Wölfe gezielt versuchen, Nutztiere zu reißen und dabei auch empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden.

Die Fachstelle Wolf in Sachsen riet Haltern von Schafen, Ziegen und Wild in Gattern, ihren Herdenschutz zu überprüfen. Dazu gehöre auch, die Schutzmaßnahmen regelmäßig auf Schwachstellen zu kontrollieren. Jeder Halter der betroffenen Nutztiere, der seinen präventiven Herdenschutz verbessern wolle, könne einen Förderantrag stellen. In Sachsen werden eine Reihe von Schutzmaßnahmen zu 100 Prozent gefördert. Man werde die Situation rund um die Dresdner Heide weiter beobachten. Hinweise aus der Bevölkerung seien eine wertvolle Hilfe.

Bis zum 28. Juni wurden den Behörden in Sachsen in diesem Jahr 77 Schadensfälle im Zusammenhang mit Nutztieren gemeldet. In 37 Fällen gelten Wölfe als Verursacher. Meist sind Schafe betroffen, aber auch Damwild in Gattern oder Rinder. Insgesamt 121 Nutztiere wurden getötet und verletzt oder werden vermisst. Im vergangenen Jahr wies die Schadensbilanz 194 Fälle auf, für 135 wird der Wolf verantwortlich gemacht. 547 Nutztiere wurden zum Opfer.

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