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Zehn Corona-Tote in Sachsen: Wenige Verstöße gegen Auflagen

29.03.2020 - Die Zahl der Corona-Infektionen in Sachsen nimmt weiter zu, am Wochenende ist sie jedoch langsamer gestiegen. Die Polizei hat einige Partys und Ansammlungen beendet - und das Gros der Bevölkerung gelobt.

  • Zwei Wanderer an einem Aussichtspunkt in der Nähe von Rathen in der Sächsischen Schweiz. Foto: Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Wanderer an einem Aussichtspunkt in der Nähe von Rathen in der Sächsischen Schweiz. Foto: Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Anstieg der bestätigten Corona-Infektionen in Sachsen hat sich am Wochenende etwas verlangsamt. Die alle 24 Stunden aktualisierte Statistik wies je ein geringeres Plus zum jeweiligen Vortag aus: 195 am Samstag und 116 am Sonntag. Bisher gibt es nach Angaben der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) vom Sonntagmittag 1816 Fälle. Inzwischen sind zehn Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben. Trotz Frühlingswetters am Samstag hielten sich die Menschen in Zeiten der Pandemie an Kontaktverbote und Auflagen - bis auf einige Ausnahmen.

Der Erzgebirgskreis meldete seinen ersten Todesfall. Nach Angaben des Landratsamtes in Annaberg-Buchholz handelt es sich um eine 92-jährige Frau aus dem Raum Zwönitz, die Tage zuvor positiv auf Covid-19 getestet worden war. Bei nach wie vor fünf Patienten gibt es laut LUA einen klinisch schweren Verlauf. «Hotspots» sind weiterhin die Landeshauptstadt Dresden, mit nun 314 Infektionen, die Stadt Leipzig mit 290 und der Landkreis Zwickau mit 286. Zwischen Zahlen des Robert Koch-Institutes und denen der örtlichen Behörden kommt es immer wieder zu Differenzen, weil die Daten zu verschiedenen Zeiten erhoben werden.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bewertete die Entwicklung als «nicht ganz so starken» Anstieg. Es könne nach wie vor nicht von Entwarnung gesprochen werden, sagte sie am Sonntag auf Anfrage. «Es gilt nach wie vor: Bitte bleiben Sie zu Hause.» Zugleich dankte Köpping der Bevölkerung für die Einhaltung der Regeln und appellierte erneut: «Nur gemeinsam und solidarisch können wir die Infektionsketten unterbrechen, die Ausbreitung des Virus eindämmen und so auch die älteren Menschen und diejenigen mit Vorerkrankungen schützen.»

Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht keinen Anlass zur schnelleren Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Das heimtückische Virus im Freistaat breite sich weniger schnell aus als in China oder Italien. «Sachsen ist bei einer Verdopplung in fünf bis sieben Tagen, das ist eine deutliche Verlangsamung», sagte er den «Dresdner Neuesten Nachrichten» (Samstag). «Wir müssen bis Ostern warten», sagte er. Am Ostersonntag werde Bilanz gezogen. «Erst dann, wenn alles gut gelaufen ist, besteht die Möglichkeit, etwas lockere Bestimmungen gelten zu lassen.»

Die Regierung hatte vor dem Wochenende angesichts mehrerer Verstöße noch einmal deutlich vor Nichteinhaltung der Ausgangsbeschränkungen gewarnt und die Kontrollen verstärkt. Die Befürchtungen erfüllten sich nicht, es gab nur wenige Verstöße sowie Ermahnungen. Die meisten Menschen zeigten Einsicht und Vernunft, wie die Dresdner Polizeidirektion bilanzierte. Eine landesweite Übersicht über Straftaten und Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz lag am Sonntagnachmittag nicht vor. Beamte lösten im Zuge verstärkter Kontrollen Familienfeiern, Wohnungspartys, eine Zusammenkunft von 85 Menschen in einem Park oder ein Tischtennis-Turnier auf.

Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) dankte allen, «die hier mitziehen und sich umsichtig und besonnen verhalten». Er bat zugleich um Geduld. «Erst die nächsten Tage werden zeigen, ob und wie sich die Maßnahmen auf den Stand der Infizierten auswirken wird», sagte er am Sonntag. Regen, Kälte und die Aussicht auf Schnee lockten ab Sonntagmittag auch nur noch Wenige ins Freie. «Insgesamt war ein deutlicher Rückgang der Personenbewegung im öffentlichen Raum spürbar», zog die Dresdner Polizei am Nachmittag Bilanz.

Stichprobenartig wurde auch in beliebten Ausflugsgebieten wie der Sächsischen Schweiz kontrolliert, wo die Wanderparkplätze seit Ende vergangener Woche gesperrt sind - wie in Tharandter Wald und Dippoldiswalder Heide. Auf einem der Areale, in Gohrisch, hatten zwei Wanderer aus Berlin im Auto übernachtet. Auch in Meißen und Dresden patrouillierten Beamte, unterstützt von Bereitschaftspolizei, in Parks und Gärten auch zu Pferde. Während sich Radfahrer entlang der Elbe wie an einer Schnur bewegten, waren im Elbsandsteingebirge kaum Wanderer zu sehen und Touristenorte nahezu verwaist.

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