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Zunahme häuslicher Gewalt befürchtet

08.04.2020 - Während der Corona-Krise rücken Familien zusammen. Wenn das jedoch mit Schlägen, Drohungen und Misshandlungen einhergeht, ist Hilfe nötig. Sachsen bereitet sich auf einen Anstieg häuslicher Gewalt vor.

  • Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen) steht vor einer Fotowand. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen) steht vor einer Fotowand. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier (Grüne) befürchtet eine Zunahme häuslicher Gewalt in der Corona-Krise. «Der Wegfall von Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten, die Ausgangsbeschränkungen und die Unsicherheit mit Blick auf die Arbeitsplätze und die persönliche wirtschaftliche Situation erhöhen auch das Risiko von innerfamilialen Konflikten und von Partnerschaftsgewalt», teilte Meier auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Daher bereite sich der Freistaat auf eine Zunahme von Hilfegesuchen vor und baut Kapazitäten, etwa von Frauenhäusern, aus. «Frauenhäuser sind gerade in der aktuell angespannten Situation absolut systemrelevant», so Meier. Am Dienstag stellte das Kabinett zusätzliche Mittel in Höhe von 540 000 Euro zum Schutz vor häuslicher Gewalt in der Corona-Krise bereit. Engpässen in Schutzhäusern solle etwa mit zusätzlichen Unterkünften vorgebeugt werden. «Dafür und für den Quarantänefall bereiten wir außerdem den Ausbau zusätzlicher Kapazitäten durch die Nutzung von Pensionen und Ferienwohnungen vor», teilte die Ministerin mit.

In den drei Direktionsbezirken Dresden, Leipzig und Chemnitz soll je eine Interimsunterkunft vorgehalten werden, um kurzfristig weitere Plätze schaffen zu können. Und auch für den Fall, dass etwa eine Bewohnerin sich mit dem Coronavirus infiziert, wurden Vorkehrungen getroffen: Nach Angaben des Ministeriums wurde abgeklärt, ob in den Schutzeinrichtungen etwa eine einzelne Etage isoliert werden kann. Dadurch soll vermieden werden, dass eine ganze Einrichtung stillgelegt werden muss, wenn eine Quarantäne angeordnet wurde.

Bislang sei noch kein Anstieg der Schutzgesuche in Frauenhäusern zu beobachten, hieß es aus dem Ministerium. Seit Mitte März werden demnach die Belegungszahlen der sächsischen Schutzeinrichtungen wöchentlich erfasst. Damit soll ein Anstieg sofort erkannt werden.

Aktuell gibt es nach Angaben des Gleichstellungsministeriums 16 Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder in Sachsen. Insgesamt gebe es dort 264 Plätze für hilfesuchende Frauen und ihre Kinder. Ende März waren laut Ministerium davon 123 Plätze belegt. Zudem gibt es für von Gewalt betroffene Männer in drei Schutzwohnungen neun Plätze. Davon waren Anfang April sechs Plätze belegt.

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