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«Raus mit der Sprache!»: Ausstellung zur Macht der Worte

17.02.2020 - Welche Emotionen können Worte auslösen? Wie hat sich die Sprache verändert? Museumsbesucher sollen das selbst herausfinden - in einer Mitmachschau.

  • Das Museum «Sterbehaus Luthers» in der Lutherstadt Eisleben. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Museum «Sterbehaus Luthers» in der Lutherstadt Eisleben. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eisleben/Wittenberg (dpa/sa) - Ob Dialekt oder Körpersprache: Unter dem Motto «Raus mit der Sprache!» will eine Ausstellung Besucher dazu anregen, sich aktiv mit Bedeutung und Macht von Worten zu beschäftigen. Die ab 1. Oktober geplante Mitmachschau richte sich vor allem an Kinder, Jugendliche und Familien, sagte die Historikerin Ulrike Wendt-Sellin von der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. «Welche Macht haben Worte, welche Emotionen können sie auslösen?» Diese Fragen seien das Anliegen der bis zum Reformationstag 2022 (31. Oktober) geplanten Sonderschau im Museum Luthers Sterbehaus in Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz).

«Worte können für jemanden erhebend sein, aber auch beleidigend oder sogar vernichtend», sagte Museumsleiterin Wendt-Sellin. «Wir wollen mit der Ausstellung zum Nachdenken anstoßen, Menschen für Sprache sensibilisieren.» So beschäftige sich das museumspädagogische Begleitprogramm auch mit dem Thema Fake News, also falschen Nachrichten und Desinformation. Die Schau sei keine Ausstellung im klassischen Sinne, wo sich Besucher nur Exponate ansehen und Erklärtafeln lesen könnten.

«Es geht darum, spielerisch selbst Sprache in all ihren Facetten zu erkunden, Erfahrungen mit der Biografie und der Wirkung von Worten zu machen», sagte Wendt-Sellin. Dazu sind auf 150 Quadratmetern Ausstellungsfläche sieben interaktive Themenstationen vorgesehen. Inhaltlich gehe es auch um Dialekte oder auch das Sprechen ohne Worte anhand der Körpersprache eines Menschen.

Einen historischen Bezug gebe es zu Martin Luther (1483-1546). «Er wollte verständlich sein, das ist heute genauso aktuell», sagte Wendt-Sellin. So hatte der Reformator auf der Wartburg in Eisenach 1521 mit seiner Übersetzung des Neuen Testaments der Bibel begonnen, die 1522 gedruckt wurde. Dies jährt sich 2021/22 zum 500. Mal. Luther übersetzte den altgriechischen Text in ein Deutsch, das den Angaben nach als ein Vorläufer der heutigen Sprache gilt.

Luther wurde in Eisleben geboren, wo er auch starb. An ihn erinnern in der Kleinstadt zwei Museen, die wie alle Lutherstätten in Sachsen-Anhalt heute zum Unesco-Welterbe zählen. 2019 besuchten rund 118 000 Menschen laut Stiftung die insgesamt fünf Museen in Eisleben, Mansfeld und Wittenberg. In der Kleinstadt an der Elbe verbrachte der Theologe den Großteil seines Lebens. Der Überlieferung nach schlug Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche, sich von Sünden freizukaufen, an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Dies gilt als Beginn der Reformation in Kirche und Gesellschaft. Kritiker sprechen von einer Spaltung.

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