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190.000 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen

30.04.2020 - Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt stark unter Druck gesetzt. Zehntausende sind in Kurzarbeit - fast jeder Vierte ist betroffen. Auch die Arbeitslosenzahlen stiegen von März auf April an, was außergewöhnlich ist.

  • Personen gehen vor dem Schild der Arbeitsagentur vorbei. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Personen gehen vor dem Schild der Arbeitsagentur vorbei. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Pandemie setzt die Wirtschaft in etlichen Bereichen unter Druck: Mehr als 190 000 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt und damit fast ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind von Kurzarbeit betroffen. Zugleich stieg die Arbeitslosigkeit das erste Mal seit Beginn der 1990er Jahre im Monat April an, wie die Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen am Donnerstag mitteilte. Demnach sind 87 900 Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 8100 im Vergleich zum Vormonat entspricht.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 7,8 Prozent. Auch im April 2019 war die Zahl der Arbeitslosen den Angaben zufolge um 7000 niedriger. «Üblicherweise ist ja der April ein Monat, in dem sich der Arbeitsmarkt quasi frühlingshaft entwickelt», sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens. Normalerweise gäbe es viele neue Stellen, «nur im Rahmen der jetzt vorhandenen Krise ist das eben nicht so».

Die Corona-Pandemie setzte den Arbeitsmarkt jedoch stark unter Druck, heißt es in einer Mitteilung der Agentur. «Ohne das Instrument der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit noch stärker gestiegen. Viele Unternehmen versuchen derzeit damit ihr Personal zu halten», sagte Behrens. Die Kurzarbeit dient dazu, Arbeitnehmer mit staatlicher Hilfe im Job zu belassen und Entlassungen zu vermeiden.

Insgesamt seien seit März rund 20 100 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Welches Ausmaß die Kurzarbeit letztlich annehmen werde, zeige sich jedoch erst den kommenden Monaten, wenn die Unternehmen die Kurzarbeit konkret abrechneten. Auch wie sich die Arbeitslosigkeit konkret entwickle, sei noch nicht abzusehen.

«Wir sehen auch in den letzten Tagen, dass immer weitere Zugänge in die Arbeitslosigkeit stattfinden», sagte Behrens. Entsprechend sei davon auszugehen, dass sich auch im Mai die Arbeitslosigkeit erhöhen werde. In welchem Umfang sei davon abhängig, ob und wie schnell die Wirtschaft wieder angefahren werde.

Zuletzt haben den Angaben zufolge viele Zeitarbeiter und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Unternehmens- und Rechtsberatung ihre Stelle verloren. Jeweils 1000 von ihnen meldeten sich im April arbeitslos, wie aus den Zahlen hervorgeht. «Etwa 900 Entlassene kamen aus dem Handel und knapp 800 aus dem Gastgewerbe», heißt es.

«Mit so einer Situation waren wir bis dato noch nicht konfrontiert», betonte Behrens. Dennoch habe man es mit der Hilfe der Ministerien, Wirtschaftskammern, Arbeitgeberverbänden und anderen Institutionen geschafft, dass alle Menschen pünktlich ihr Geld bekommen hätten. Die drei Leistungsbereiche Arbeitslosengeld, Grundsicherung und Kurzarbeitergeld seien gewährleistet. «Das soziale Netz steht», sagte Behrens. Dennoch beschreibt er die Situation mit den Worten: «Das ist jetzt halt ein Dauerlauf, ich hoffe nicht, dass es ein Marathon wird.»

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