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Bande nach Serie von Automaten-Sprengungen vor Gericht

20.09.2019 - Anfang des Jahres hatten sie beinahe wöchentlich versucht, Fahrkartenautomaten in Hannover und Umgebung in die Luft zu jagen. Jetzt begann der Prozess gegen vier Männer, die mehr Schaden anrichteten als sie erbeuteten.

  • Ein Wegweiser steht vor dem Landgericht. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Wegweiser steht vor dem Landgericht. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Immenser Schaden, vergleichsweise geringe Beute: Eine Diebesbande soll mit Böllern Fahrkartenautomaten der Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) und der Bahn gesprengt haben, um an die Geldkassetten zu gelangen. Sie erbeutete laut Anklage insgesamt rund 18 000 Euro, richtete aber Schäden von 200 000 Euro an. Seit Freitag müssen sich vier Männer im Alter von 21 bis 34 Jahren wegen dieser Sprengstoffexplosionen, Bandendiebstahls und Sachbeschädigung am Landgericht Hannover verantworten. Zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, bei einem wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Der vierte ist nach Einschätzung der Richter kein Bandenmitglied, er war nur bei einer Tat dabei (Az.: 70 KLs 19/19).

Am ersten Prozesstag verlas Staatsanwältin Sarah Nordholtz lediglich die Anklageschrift. Demnach gingen die Automaten-Sprenger bei ihrer Serie von Januar bis März 2019 nachts immer nach dem gleichen Muster vor. Tatorte waren neben Haltestellen der Üstra in Hannover auch die Bahnhöfe von Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, Maschen (Landkreis Harburg) sowie Sehnde in der Region Hannover.

Den Bahnhof in Quedlinburg hatte laut Staatsanwaltschaft der in Berlin geborene 34-Jährige ausgekundschaftet, der auch den Böller besorgte. Jedoch reichte die Kraft des Sprengstoffes in diesem Fall wohl nicht aus, um an das Geld zu kommen. Dennoch entstand ein Sachschaden von 30 000 Euro. Die Diebe gingen wie auch in einem weiteren Fall in Hannover leer aus.

In einer Märznacht fuhren Mitglieder der Bande bis nach Maschen im Landkreis Harburg, um einen Metronom-Automaten zu sprengen. Doch die Geldkassette hielt nicht viel für sie bereit. Das Resultat: 280 Euro Beute und ebenfalls 30 000 Euro Schaden. Die Verteidiger der Angeklagten kündigten für den nächsten Prozesstag eine Erklärung ihrer Mandanten an. Die Männer verfolgten den Prozessbeginn ohne große Regung. Eine Berufsausbildung haben sie alle nicht.

Die Bande war laut Polizei Ende März nach Wohnungsdurchsuchungen in der Region Hannover aufgeflogen. Zuvor hatte es an Automaten der Üstra eine Serie von knapp zehn Vorfällen gegeben, wie ein Sprecher der Hannoverschen Verkehrsbetriebe sagte. Nach den Festnahmen habe die Serie aufgehört. Zudem sei die Sicherheit der Automaten erhöht worden. Konkrete Maßnahmen wollte der Üstra-Sprecher nicht nennen: «Dann würden wir den Leuten ja das Handwerk erleichtern.»

Nach Angaben des Landeskriminalamts Niedersachsen (LKA) sank die Zahl der angegriffenen Fahrkartenautomaten von 35 im Jahr 2017 auf 11 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr sei allerdings ein leichter Anstieg zu beobachten.

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