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Bauhaus, Harz und Corona: Tourismusentwickelung

02.03.2020 - Sachsen-Anhalt setzte zuletzt alles auf die Karte Bauhaus, um Touristen anzulocken. Vor allem aus dem Ausland sollten sie kommen, so die Hoffnung. Ein Teil des Plans ist aufgegangen, doch ein anderer Trumpf zieht besser.

  • Blick auf das Bauhaus Museum. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf das Bauhaus Museum. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsen-Anhalts Tourismusbranche kann jubeln: Zum sechsten Mal in Folge gab es voriges Jahr ein Übernachtungsplus. Mit 8,6 Millionen Übernachtungen von 3,6 Millionen Gästen wurden so viele gezählt wie noch nie, wie der Chef des Statistischen Landesamts, Michael Reichelt, am Montag verkündete. Das entsprach jeweils einem Wachstum von rund 5 Prozent binnen eines Jahres - und war damit stärker als im Bundesschnitt (+3,7 Prozent Übernachtungen). Doch welche Entwicklungen verstecken sich hinter den Zahlen?

BAUHAUS-JUBILÄUM: Sachsen-Anhalt warb 2019 offensiv mit dem 100. Jubiläum der prägenden Design- und Architekturschule Bauhaus, die nach ihrer Gründung nach Dessau ausweichen musste. Laut Statistik ging der Plan auf: Die Region Dessau-Wittenberg, in der ein Großteil der Bauhaus-Sehenswürdigkeiten sind, konnte knapp 13 Prozent mehr Besucher begrüßen als im Jahr 2018. Bei den Übernachtungen ging es um 11,5 Prozent rauf.

Doch es gibt einen Wermutstropfen: Die Touristen kamen fast alle aus dem Inland. Während sich die Landesregierung im Vorfeld erhofft hatte, dass Bauhaus mindestens im gleichen Maße ein Touristenmagnet aus dem Ausland sein könnte wie das 500. Reformations-Jubiläum im Jahr 2017, verzeichnete ausgerechnet der Raum Dessau-Wittenberg ein Minus bei ausländischen Gästen (minus 4,4 Prozent).

Auch mit Blick auf ganz Sachsen-Anhalt wirkte Bauhaus nicht wie ein Magnet für ausländische Touristen. Im Vergleich zum großereignisfreien Jahr 2018 kamen rund 271 600. Das waren etwa 0,1 Prozent mehr. «Dass wir noch Potenzial haben, mehr ausländische Gäste zu gewinnen, liegt klar auf der Hand», sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). «Ich finde es persönlich auch erstaunlich und schade, dass etwa Touristen aus den Vereinigten Staaten so verhalten sind.» Laut Statistik kamen nach dem Luther-Boom 2017 das zweite Jahr in Folge deutlich weniger US-Amerikaner.

DER HARZ: Als Trumpf des Reiselands Sachsen-Anhalt erwies sich einmal mehr der Harz. Das Mittelgebirge begrüßte rechnerisch mehr als jeden dritten Touristen im Land und verzeichnete auch mehr als jede dritte Übernachtung. Bei der Gästegunst konnte der Harz sogar noch einmal stärker zulegen als das Land. Bei den Übernachtungen ging es 5,6 Prozent rauf. Der Harz sei ungebrochen beliebt und das trotz Borkenkäferplage, sagte Willingmann. Er sehe derzeit keinen Grund zur Annahme, dass der Zuspruch angesichts des anhaltenden Waldsterbens oder mit Blick auf die milde Wintersaison abreiße.

AUSBLICK: Aktuell muss die Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt die Absage der wichtigen internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wegstecken. Damit seien einjährige Vorbereitungen obsolet, sagte Willingmann. Zudem wurden rund 400 000 Euro für die Präsentation Sachsen-Anhalts und seiner Mitaussteller ausgegeben. Derzeit werde zusammengetragen, welche konkreten Ausfälle und negativen Folgen die Absage des wichtigen Branchentreffs für die hiesigen Touristiker habe.

Ob sich die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus auf das diesjährige Reiseverhalten nach Sachsen-Anhalt auswirken könnte, blieb offen. Die Hauptreisemonate seien Mai bis Oktober. Wie dann die Lage sei, könne derzeit keiner absehen.

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