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Binnen zehn Jahren 67 300 Sachsen-Anhalter mit Krebsdiagnose

03.02.2020 - Krebs ist eine Schreckensdiagnose und kostet jedes Jahr Tausende Frauen und Männer das Leben. Es hat sich über die Jahrzehnte aber auch viel verändert.

  • Ein Arzt hält in einer Klinik ein Stethoskop in der Hand. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arzt hält in einer Klinik ein Stethoskop in der Hand. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt leben Experten-Schätzungen zufolge derzeit rund 67 300 Menschen, bei denen in den zurückliegenden zehn Jahren Krebs diagnostiziert worden ist. Das entspreche etwa 3,1 Prozent der Bevölkerung, teilte das Gemeinsame Krebsregister am Montag in Berlin vor dem Weltkrebstag (4. Februar) mit. Aufgrund des demografischen Wandels sei ein weiterer Anstieg zu erwarten.

Bei etwa 14 100 Frauen und Männern werde in diesem Jahr voraussichtlich Krebs festgestellt. Im Osten Deutschlands sei bei Frauen Brustkrebs mit 30 Prozent und bei Männern Prostatakrebs mit 24 Prozent die häufigste Krebsdiagnose. Bei Frauen folgten mit Blick auf die Häufigkeit Darm- und Lungenkrebs mit 11 und 8 Prozent. Bei den Männern seien es Lungenkrebs mit 13 und Darmkrebs mit 12 Prozent.

Im bundesweiten Vergleich erliegen in Sachsen-Anhalt so viele Krebspatientinnen und -patienten ihrer Erkrankung wie in keinem anderen Bundesland. Das teilte das Statistische Landesamt in Halle mit. Demnach gab es hierzulande 2017 insgesamt 370 Krebssterbefälle je 100 000 Einwohner. In Baden-Württemberg seien es mit 230 Sterbefällen je 100 000 Einwohner die wenigsten gewesen.

Im Jahr 2017 starben den Statistikern zufolge 3549 Krebspatientinnen und 4706 -patienten. Das seien rund 270 Frauen und 440 Männer mehr gewesen als zehn Jahre zuvor. Rund ein Drittel aller Krebstoten sei an Krebs der Verdauungsorgane wie Darm (944), Bauchspeicheldrüse (681), Magen (432) und Leber (293) gestorben. Lungenkrebs führte in knapp 1600 Fällen zum Tod.

Mit zunehmendem Alter steige das Risiko, an Krebs zu erkranken, hieß es weiter. Jeder zweite Krebstote sei 2017 älter als 75 Jahre gewesen. Nur ein Kind sei an Krebs gestorben.

Den Angaben zufolge reicht die elektronische Registrierung im Gemeinsamen Krebsregister bis ins Jahr 1961 zurück. Das erlaube einen Blick auf langjährige Entwicklungen. So werde deutlich, dass es seit Mitte der 1980er Jahre weniger Lungenkrebserkrankungen bei Männern gibt. Erklärt wird das mit der sinkenden Zahl von Rauchern. Unterdessen steige die Zahl dieser Erkrankungen bei Frauen, das Rauchen habe sich bei ihnen erst später verbreitet.

Deutlich sei außerdem, dass noch zu Beginn der 1960er Jahre Gebärmutterhalskrebs mit 17 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Frauen gewesen sei. Heute betreffe das weniger als drei Prozent der Krebspatientinnen. Der Anteil von Brustkrebspatientinnen habe sich von ehemals 16 Prozent bis heute verdoppelt. Als Ursache gelten den Experten des Krebsregisters zufolge weniger und spätere Geburten. Bei den Männern sei seit Beginn der 1960er Jahre der aggressive Magenkrebs von 22 Prozent und bei Frauen von 14 Prozent auf jeweils drei Prozent gesunken.

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