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Edle Tropfen: Rund 50 öffnen ihre Keller

03.08.2019 - Viele Weinbauern im Anbaugebiet Saale-Unstrut öffnen am ersten Wochenende im August ihre Weinkeller für Besucher. Wann beginnt die Lese in diesem Jahr?

  • In Barriquefässern in einem Weinkeller wird Wein gelagert. Foto: Arno Burgi/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    In Barriquefässern in einem Weinkeller wird Wein gelagert. Foto: Arno Burgi/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Freyburg/Bad Sulza/Mainz (dpa) - Im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut werden die Trauben für den Jahrgang 2019 möglicherweise früher gelesen als dies im Schnitt der Jahre üblich war. «Wir rechnen mit einer frühen Ernte», sagte der Geschäftsführer der Winzervereinigung eG Freyburg, Hans Albrecht Zieger, vor den Tagen der offenen Weinkeller im Anbaugebiet. Dabei informieren Weinbauern, wie edle Tropfen hergestellt werden und was mit dem Beruf eines Winzers verbunden ist. Die Genossenschaft, die rund 400 Winzer als Mitglieder hat, gilt als Ostdeutschlands größter Weinproduzent.

Während in früheren Jahren Ende September/Anfang Oktober der neue Wein von den Stöcken geholt wurde, war dies im Vorjahr im Anbaugebiet laut Weinbauverband so früh wie nie - im August. Typisch für die Region sind eher trockene Weine der Sorten Müller-Thurgau, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder sowie Riesling. Beim Rotwein sind es Dornfelder und Portugieser.

Das Deutsche Weininstitut (DWI/Mainz) geht davon aus, dass in Anbaugebieten zunächst ab 19. August Federweißer für die Weinfeste gelesen wird. Ab Mitte September beginne die Hauptweinernte bundesweit, wie ein Sprecher sagte. «Das ist eigentlich normal, nicht übermäßig verfrüht», sagte er. 100 Tage nach der Blüte sei die Regel, um mit der Weinernte zu beginnen. Dies sei jedoch abhängig vom Reifegrad der Trauben und von Region zu Region durchaus unterschiedlich.

Wichtig für den Weinbau sei eine gesunder Mix aus Feuchtigkeit und Wärme. «Insgesamt sieht es recht gut aus», sagte er. In Deutschland wird laut Institut auf rund 100 000 Hektar Qualitätswein angebaut. Ein Revival erlebten derzeit aromatische Bukettweine wie Scheurebe, Sauvignon Blanc, Muskateller oder Gewürztraminer, besonders bei jungen Weinliebhabern, sagte der Sprecher zum Geschmacksvorlieben.

An den Hängen von Saale und Unstrut sind die Reben laut Zieger in diesem Jahr in ihrer Entwicklung voraus. Die Qualität der Weine werde vergleichbar sehr gut mit 2018 sein. Allerdings hätten die Winzer sehr viel zu tun, um die witterungsbedingte Trockenheit nunmehr im zweiten Jahr in Folge in den Weinbergen auszugleichen.

«Es muss im Anbaugebiet noch intensiver als bisher über das Thema Bewässerung nachgedacht werden», sagte Zieger, der auch Vizepräsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut ist. Im Thüringer Weingut Bad Sulza mit rund 50 Hektar Anbaufläche werden vor allem neu gepflanzte Reben bewässert. Das Wasser werde mit Wagen in die Weinberge geschleppt, sagte Geschäftsführer Andreas Clauß.

Er geht wegen der Reife der Trauben für das Weingut auch von einem frühen Lesebeginn aus. 2018 sei angesichts der Trockenheit die Skepsis um die Erntemenge zunächst groß gewesen. «Am Ende hatten wir ein Super Weinjahr mit guten Mengen», sagte er mit Optimismus für 2019.

Das Anbaugebiet Saale-Unstrut umfasst rund 800 Hektar in Sachsen-Anhalt, Thüringen und zu einem kleinen Teil in Brandenburg, davon bewirtschaften die Winzer der Vereinigung etwa die Hälfte. Es gehört zu den 13 Anbaugebieten von Qualitätswein in Deutschland.

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