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Gedenkstätte: Erstes Geld fürs «Tor zur Freiheit»

09.04.2019 - Das erste Geld ist da. Mit Fördermitteln vom Freistaat Sachsen kann der Umbau des einstigen Abschiebegefängnisses in Chemnitz zur Gedenkstätte vorangetrieben werden.

  • Blick auf einen Teil des Gebäudekomplexes vom ehemaligen Kaßberg-Gefängnis. Foto: Monika Skolimowska/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf einen Teil des Gebäudekomplexes vom ehemaligen Kaßberg-Gefängnis. Foto: Monika Skolimowska/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Chemnitz (dpa/sn) - Bei der Umgestaltung des als «Tor zur Freiheit» bekannten Haftanstalt zu einer Gedenkstätte ist der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis einen wichtigen Schritt vorgekommen. Sachsens Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) übergab am Dienstag dem Verein einen Fördermittelbescheid in Höhe von 163 000 Euro. Das Geld soll die Planungen vorantreiben, mit denen der Verein jetzt nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Jürgen Renz beginnen kann.

Ziel sei es, in diesem Sommer einen Antrag zur Einrichtung der geplanten Dauerausstellung bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) einzureichen. Sie hoffe, dass damit die Voraussetzungen erfüllt sind, um den Antrag positiv zu bescheiden, sagte Stange. «Das Abschiebegefängnis ist einzigartig in der deutschen Landschaft.» Es gebe daher auch schon positive Signale vom Bund.

Das Kaßberg-Gefängnis ist als «Tor zur Freiheit» bekannt. Zwischen 1963 und 1989 wurde über die Haftanstalt die Abschiebung von 31 775 DDR-Häftlingen abgewickelt, die für mehr als drei Milliarden D-Mark von der Bundesrepublik freigekauft worden waren.

Für den Aufbau der Gedenkstätte sind nach Vereinsgaben 3,1 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Sachsen unterstützt die Investition mit zwei Millionen Euro. Das Geld kommt aus dem ehemaligen DDR-Parteienvermögen. «Es ist ein wichtiges Signal, wie wir mit unserer jüngeren Geschichte umgehen, wenn ehemalige SED-Gelder jetzt für die Aufarbeitung der SED-Diktatur eingesetzt werden, indem sie in Gedenkstätten wie das einstige Kaßberg-Gefängnis fließen», sagte Stange.

Seit Januar werden auf dem Areal des historischen Komplexes alle nicht denkmalgeschützten Gebäude abgerissen. Die Chemnitzer Gesellschaft für Wohnungsbau mbH (CeGeWo) will dort bis 2022 Stadthäuser mit Eigentumswohnungen und Tiefgaragen bauen und dafür insgesamt 14 Millionen Euro investieren.

Hauptnutzer des Gefängnisses bleibt der Förderverein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis. Die Rotunde mit drei Zellenblöcken sowie das Verwaltungsgebäude stünden unter Denkmalschutz und blieben erhalten, hieß es. Laut CeGeWo-Geschäftführer Jens Kroll sollen in Block C Mehrgenerationenwohnungen sowie weitere Wohnungen in Block A entstehen. Voraussichtlich vom Sommer 2021 an soll eine Gedenkstätte im Block B an Tausende freigekaufte DDR-Häftlinge erinnern.

Zur wechselvollen Geschichte der 1886 errichteten Haftanstalt gehört auch die Nutzung als Untersuchungs- und Strafgefängnis während des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 sowie anschließend als Gefängnis des russischen Innenministeriums NKWD (1945-1952). Zu DDR-Zeiten wurde sie überwiegend vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genutzt.

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